Wespenspinnen verpassen ihrer Partnerin Keuschheitsgürtel
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Pressemeldung von:
Christoph Marty
Genitalverstümmlung sichert eigenen
Nachwuchs Um ihre Vaterschaft zu sichern, legen männliche Wespenspinnen ihren Partnerinnen bei der Begattung eine Art Keuschheitsgürtel an. Darüber berichten Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Hamburg in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Behavioral Ecology" http://beheco.oxfordjournals.org/. Für die Männchen ist das allerdings sehr schmerzhaft. Denn während der Begattung bricht die Spitze ihres Genitals ab. Damit verstopfen sie die Geschlechtsöffnung ihrer Partnerin. Das Weibchen beendet das kurze tete-a-tete
brutal: Es attackiert ihren Liebhaber und tötet ihn, falls er nicht rechtzeitig flieht.
Entdeckt ein Männchen die Partnerin seiner Wahl, bringt er sie zunächst in Stimmung, indem er an ihrem Netz rüttelt. Das Weibchen stützt sich daraufhin hochbeinig vom Netz ab, so dass der sehr viel kleinere Spinnenmann unter ihren Körper kriechen kann. Ein mit Spermien gefüllter Taster des Männchens klappt aus und rastet in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein - ähnlich wie ein Skischuh in eine Windung. Insgesamt dauert die Begattung meist nicht länger als 16 Sekunden - für die Männchen trotzdem lang genug, um alle Eier der Spinnendame zu befruchten. Kommt danach allerdings noch ein Konkurrent zum Zuge, konkurrieren seine Damen mit dem unerwünschten Nebenbuhler. Um das zu verhindern, schreckt der Spinnenmann auch vor Selbstverstümmelung nicht zurück. "Wenn sich das Männchen vom Weibchen löst bricht in mehr als 80 Prozent der Fälle die Spitze seines Genitals ab", sagt Gabriele Uhl von der Universität Bonn http://www.uni-bonn.de/ im pressetext-Interview. "Die Spitze sitzt dann wie ein Korken auf der Geschlechtsöffnung und verstopft sie." Die Folge: Paarte sich das Weibchen mit einem weiteren Männchen, reduzierte sich die Dauer des Geschlechtsverkehrs um die Hälfte. "Die Ergebnisse zeigen, dass die Blockade die Paarung zumindest erschwert", sagt Stefan Nessler von der Universität Bonn. "Nach ersten morphologischen Untersuchungen verschließt die abgebrochene Spitze die Öffnung zudem so sicher, dass ein Samentransport ausgeschlossen sein dürfte." Die Forscher untersuchen nun, warum die Spinnendame ihr Partner nach dem Geschlechtsverkehr tötet. "Möglicherweise dient der Männchenmord der Nahrungssicherung", sagt Uhl.
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