Virgin America zeigt US-Fluggesellschaften die Zähne
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Pressemeldung von:
Wolfgang Weitlaner
Richard Branson will neue Grenzen am Himmel ziehen
Die One-Way-Tarife zwischen Los Angeles und San Francisco betragen 44 Dollar in der Economy und 149 Dollar in der First Class, Flüge zwischen San Francisco und New York gibt es ab 149 Dollar. Von Washington DC kann man um 129 Dollar pro Strecke in die beiden kalifornischen Metropolen fliegen. Fußfreie Sitzplätze gibt es gegen einen Aufpreis. Virgin kündigte allerdings auch an, dass die Tarife bald steigen würden. Die Prognosen für Bransons USA-Projekt sind gemischt: Man könne Bransons Marketingtalent nicht ignorieren,
meinte Ed Perkins, Herausgeber des Reisemagazins SmarterTravel.com. "Die Jungs sind wirklich gut und das ist in einem Markt, der nicht sehr große Unterschiede in der Produktpalette zeigt, entscheidend", meint Perkins. Andere Experten urteilen allerdings anders.
Branson, der bekannt ist für seine Technologieaffinität, bietet in seinen neuen Jets auch allerhand Features, die inneramerikanische Flugzeuglinien nicht anbieten: Das Inflight-Entertainment bietet Video-on-Demand-Spielfilme, Games, Musik und die Möglichkeit, sich sein eigenes Musikprogramm zusammenzustellen. Möglich ist auch das Versenden von SMS und die Teilnahme im Online-Chat. Die Kooperation mit Google Maps ermöglicht zum Beispiel eine genaue Positionsangabe des Flugzeugs während der Reise und zeigt die verbleibende Reisezeit an. Mahlzeiten können während des Fluges über den Monitor bestellt werden. In der ersten Klasse gibt es zudem noch weiße Ledersessel mit Massagefunktion und ausfahrbaren Fußrastern. "Das ist nichts Besonderes, das Essen direkt am Monitor zu bestellen", meint Joe Brancatelli, Herausgeber des Business-Traveller-Portals JoeSentMe.com. Das habe es alles schon gegeben. Der Airline-Analyst von Calyon Securities, Ray Neidl, bringt seinen Kommentar auf den Punkt: "Die Reisenden buchen nach dem Preis." Wenn Virgin America hier seine Niedrigpreispolitik halten kann, dann bleibt Bransons Airline eine weitere Option am US-Himmel. Und davor fürchten sich die etablierten US-Fluggesellschaften wie American Airlines, Delta und Continental, die lange Zeit versucht hatten, Virgin als nicht US-Linie aus dem inneramerikanischen Netz zu verbannen. Analysten meinen, dass die unfreiwillige Wartezeit Branson in erster Linie genützt hat, denn Virgin America hebt zu einem Zeitpunkt ab, wo die Passagierzahlen auf Rekordniveau liegen. In den kommenden Wochen wird das Netz um einige Destinationen wie etwa einer täglichen Verbindung von Washington DC nach San Diego und Las Vegas erweitert. Insgesamt will Bransons Fluglinie im ersten Jahr zehn inneramerikanische, in den kommenden fünf Jahren bis zu 30 US-Städte anfliegen.
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