Unfallgefahr in der Freizeit am höchsten - Experten sehen Handlungsbedarf bei Gesundheitsministerin. In Österreich passieren drei Viertel aller Unfälle in der Freizeit. Zwar zeigt die Unfallstatistik insgesamt einen Rückgang der Todesopfer, im Freizeitbereich gab es über die vergangenen zehn Jahre jedoch einen Anstieg der tödlichen Unfälle um 17 Prozent. "Während bei den tödlichen Verkehrs- und Arbeitsunfällen in den letzten Jahren ein bemerkenswerter Rückgang stattgefunden hat, müssen wir in den Lebensbereichen Heim, Freizeit und Sport nach wie vor einen negativen Trend feststellen", so Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 837.
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Unfallgefahr in der Freizeit am höchsten

2007/08/28 11:54

Pressemeldung von:
Georg Eckelsberger
Experten sehen Handlungsbedarf bei Gesundheitsministerin. In Österreich
passieren drei Viertel aller Unfälle in der Freizeit. Zwar zeigt die Unfallstatistik insgesamt einen Rückgang der Todesopfer, im Freizeitbereich gab es über die vergangenen zehn Jahre jedoch einen Anstieg der tödlichen Unfälle um 17 Prozent. "Während bei den tödlichen Verkehrs- und Arbeitsunfällen in den letzten Jahren ein bemerkenswerter Rückgang stattgefunden hat, müssen wir in den Lebensbereichen Heim, Freizeit und Sport nach wie vor einen negativen Trend feststellen", so Othmar Thann, Direktor des
Unfallgefahr in der Freizeit am höchsten
Wandern ist die gefährlichste Sportart für Senioren (Foto: Pixelio)
Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV).

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 837.000 Unfälle gezählt - davon 2.520 Unfälle mit Todesfolge. 169.300 mussten im Spital behandelt werden. "Der größte Teil wurde ambulant versorgt. Leichte Unfälle, die selbst behandelt werden können, verursachen keine Kosten für den Staat und werden in der Statistik nicht berücksichtigt", so Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit und Sport des KfV, gegenüber pressetext. Die hohe Zahl an 603.300 Freizeitunfällen (72 Prozent) mache den raschen Handlungsbedarf deutlich, so die Experten.

Besonders gefährdet sei die Altersgruppe über 60. "In der Pension passieren klarerweise die meisten Unfälle in der Freizeit", so Kisser. Neun von zehn Unfalltoten fallen in diese Kategorie. "Diese erschreckende Entwicklung veranlasst uns dazu, wiederholt ein Programm zu fordern, das die Lebensumwelt und die Infrastruktur für Senioren sicherer werden lässt", so Thann. Nur ein kleiner Teil der Senioren verunglückt beim Sport, so Kisser: "Im Alter herrscht die größte Gefahr bei der reinen Fortbewegung auf zwei Beinen."

Bei Kindern passieren 30 Prozent der Unfälle beim Sport - bei Erwachsenen sogar 44 Prozent. "Sport ist positiv und trägt im Schnitt zur Gesundheit bei", stellt Kisser klar. "Aber zwei Drittel des Gesundheitsgewinns gehen durch Unfälle wieder verloren." Bei Kindern sind Fussball, Alpines Skifahren und Radfahren für die meisten Sportverletzungen verantwortlich. In der Altersgruppe über 60 verunglücken die meisten Menschen beim Bergwandern.

"Im Bereich Verkehrssicherheit gibt es klare Zuständigkeiten, deshalb können wir hier einen deutlichen Rückgang der Unfälle verzeichen", erklärt Thann. Während in anderen Bereichen in Prävention investiert würde, um die Arbeitskraft zu erhalten, sei die Freizeit das Stiefkind der Politik. "Im Freizeitbereich fehlen klare Strategien", kritisiert Thann. Es gäbe Probleme mit der Zuständigkeit, das KfV sehe jedoch die Gesundheitsministerin klar in der Verantwortung. "Wir bieten als Verein unsere Hilfe an und erwarten, dass das Gesundheitsministerium seine Hausaufgaben macht. Wir erwarten uns bis Ende des Jahres Ergebnisse", so Thann abschließend.



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