Typhus: Tausende neue Mutationen entdeckt
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Pressemeldung von:
Victoria Danek
Europa ist nicht gefährdet
Das Institut für Infektionsbiologie der Max-Planck-Gesellschaft http://www.mpg.de hat sich zusammen mit dem Institut Pasteur http://www.pasteur.fr auf die evolutionären Spuren von Typhus begeben und so versucht das Virus zu 'verstehen'. Bereits der Mediziner Robert Koch wies im Jahr 1902, auf die besondere Robustheit des Typhus-Bakteriums hin. Im Zuge der vorliegenden Studie präsentierte die Max-Planck-Gesellschaft nun eine globale repräsentative Sammlung von 105-Typhi-Stämmen mit über 90.000 Basispaaren. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass
sich die Populationsstruktur von Typhus über die letzten 10.000 bis 43.000 Jahre entwickelt hat, wobei der Urstamm sowie mehrere seiner Nachkommen bis heute überlebt und sich mehrere Male über den gesamten Globus verteilt haben.
Trotz der vielfältigen Mutationen und der Resistenz des Bakteriums, sieht Manfred Heisler vom Wiener Tropeninstitut http://www.tropeninstitut.at keinen Grund zur Unruhe. "In Europa wissen die meisten Typhus-Patienten nicht einmal, dass sie Typhus haben. Sie werden auf Verdacht behandelt und wenn die Behandlung anschlägt, werden keine weiteren Fragen gestellt", erklärt Heisler auf Anfrage von pressetext. Darum seien auch die meisten Erkrankungen trotz Meldepflicht unbekannt. Durch neue Medikamente und Therapien sei das Typhi-Bakterium auch keine wirklich gefährliche Bedrohung für Europa mehr. "Entwicklungsländer kämpfen aber noch immer mit Typhus, auch wenn es mittlerweile'nur noch' in einem Prozent der Erkrankungen zum Tod führt", erläutert Heisler. Da Typhus fäkal-oral übertragen wird und in vielen Ländern die Abwassersysteme nicht den westlichen Standards entsprechen, herrscht nach wie vor eine hohe Ansteckungsgefahr. Präventionsimpfungen für Reisende seien aber auch äußerst umstritten. "Die Seren wurden nicht an Europäern getestet, daher ist es auch nicht sicher, ob sie wirklich helfen", führt Heisler aus. Grundsätzlich sei aber die Systemerkrankung Typhus in Europa gut zu behandeln. "Wenn die Krankheit aber nicht erkannt wird, kann sie nach wie vor zum Tod führen", erklärt Heisler. Mark Achtman und Phillipe Roumagnac vom Institut für Infektionsbiologie der Max-Planck-Gesellschaft haben im Zuge ihrer Untersuchung neue Mutationen des Typhi-Bakteriums entdeckt. Eine dieser Mutationen ist H58, die sich in Südostasien ausgebreitet hat und nun auch in Afrika entdeckt wurde. Nach Angaben der Forscher sei die Mutation gegen einige bisher sehr wirksame Medikamente resitent. Wie Achtman erklärt, sei das Ziel der Studie gewesen, die gravierenden Probleme bei der Suche nach einem wirksamen Medikament aufzuzeigen. Weltweit werden etwa 21 Mio. Menschen jährlich mit dem Bakterium Salmonella Typhy infiziert. Über 200.000 Menschen davon sterben in Folge eines unerkannten Krankheitsbildes. Obwohl das Virus seit über 100 Jahren bekannt ist, wurde noch kein Mittel zur vollständigen Ausrottung von Typhus gefunden. Kaum wirkt ein Medikament, mutiert das Bakterium und wird gegen die Behandlung resistent. Durch seine Wandlungsfähigkeit ist Typhus nach wie vor eine der weit verbreitesten Krankheiten der Erde.
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