Tschechien: Privatisierung lockt ausländische Käufer an
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Pressemeldung von:
Victoria Schubert
Erste Verhandlungen um Prager
Flughafenbetreiber und Brauerei Budvar Der fortschreitende Privatisierungsprozess innerhalb der Tschechischen Republik lockt zusehends ausländische Unternehmen an. Die Privatisierung mehrerer staatlicher Konzerne wird derzeit von der tschechischen Regierung geprüft, erstes Interesse von potenziellen Käufern aus dem Ausland wurde bereits angemeldet. Laut einer Vorabmeldung der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" wird aktuell über den Verkauf des Prager Flughafenbetreibers CLS sowie der Brauerei Budvar http://www.budvar.cz diskutiert.
Interessenten sind die US-Brauerei Anheuser-Busch http://www.anheuser-busch.com und der Baukonzern Hochtief http://www.hochtief.de.
Die tschechische Regierung hatte erst am Mittwoch dem Verkauf von CLS zugestimmt, innerhalb eines Jahres soll ein Käufer gefunden werden. "Ein Angebot werden wir genau prüfen", wird Donatella Gasser, Sprecherin bei Hochtief Airport, von Euro am Sonntag zitiert. Neben Hochtief zeigen auch der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport, der Flughafen Wien, die tschechische Finanzgruppe PPF sowie die slowakische Penta und die Finanzgruppe J&T Interesse an dem tschechischen Flughafenbetreiber, heißt es in dem Bericht der Wirtschaftszeitung. Laut Expertenschätzung liegt der Wert des Prager Flughafens bei mehr als drei Mrd. Euro. Auch im Rahmen der Privatisierung der Brauerei Budvar - im Ausland auch als Budweiser Budvar bekannt - wurden bereits Kontakte mit Interessenten hergestellt. "Budvar steht im Kontakt mit dem größten Interessenten", bestätigt Vlastimil Tlusty, Abgeordneter der tschechischen Regierungspartei ODS. Gleichzeitig bekräftigt die US-Brauerei Anheuser-Busch ihr Interesse am tschechischen Mitbewerber. Die beiden Unternehmen schlossen nach einem langjährigen Markenrechtsstreit Anfang 2007 einen Vertrag, in dem Anheuser-Busch als USA-Importeur des Budvar Bieres "Czechvar" festgelegt wurde. Während das Abkommen teilweise von tschechischen Medien kritisiert wurde, lobt Budvar die Vereinbarung. Im ersten Halbjahr 2007 habe die Partnerschaft dazu beigetragen, dass der Bierexport in die USA um 58 Prozent angestiegen ist. Budvar ist nach Einschätzung des tschechischen Industrie- und Handelsministers Martin Riman bis zu 1,1 Mrd. Euro Wert. Weitere Privatisierungen sind bereits geplant. Innerhalb der kommenden Jahre will die Regierung neben CLS und Budvar Teile der tschechischen Post, die heimische Fluggesellschaft CSA sowie sieben Prozent des Energiekonzerns CEZ verkaufen. Die Erlöse aus der Privatisierung der bislang staatlichen Konzerne sollen für die Modernisierung der Infrastruktur aufwendet werden. Rund 1,1 Mrd. Euro werden dafür allein 2007 investiert.
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