Sun erwägt duale Lizenzierung von Solaris
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Pressemeldung von:
Andreas List
Technikaustausch zwischen OpenSolaris und Linux soll einfacher werden
Sun Microsystems http://www.sun.com will sein Betriebssystem Solaris unter Umständen auch unter der Open Source Lizenz GPLv3 veröffentlichen. Dies kündigte Sun-Präsident Jonathan Schwartz in seinem Blog an http://blogs.sun.com. Bis dato steht Solaris unter der Sun-eigenen Lizenz CDDL (Common Development and Distribution Licence). Die duale Lizenzierung untermauere Suns Bestreben nach Vielfalt und Wahlmöglichkeit, meinte Schwartz. Die Überlegungen befinden sich zwar noch in einem frühen
Stadium, so Schwartz, jedoch könnte neben Solaris das gesamte Solaris Enterprise System unter die GPLv3-Lizenz gestellt werden. Zum einen gehe es darum, mit Solaris auch Entwickler und Konsumenten zu erreichen, die GPL bevorzugen. Damit soll der Austausch von Techniken zwischen Linux und OpenSolaris vereinfacht werden. "Wieso soll man das Rad neu erfinden, wenn Technologien wie dTrace, ZFS oder GRUB und Xen vorhanden sind", fragt Schwartz. Zum anderen sei es jedoch wichtig, den Kunden mit CDDL eine Mischung von Closed Source und Solaris-Quellcodes zu ermöglichen.
"Die GPL setzt im Gegensatz zur CDDL voraus, dass alle Modifikationen und Kombinationen von GPL-Produkten wieder zwingend unter die GPL gestellt werden. Die CDDL ist in diesem Punkt etwas großzügiger", erklärte Thomas Heinze von Sun im Gespräch mit pressetext. "Hier ist der Entwickler in der Entscheidung, unter welche Lizenz er das modifizierte Produkt stellen will, frei. Er kann daraus sowohl Open Source Software als auch ein proprietäres Produkt machen." Die GPL-Ankündigung von Schwartz sei als Annäherung zu den Hardcore-Open-Source-Anhängern zu deuten. "Diese sehen in der GPL die einzige "echte" Open Source Lizenz, weil sie durch ihre Einschränkungen mehr Freiheit erzwingt", erklärte Heinze. Schwartz wendet sich im Blog an die Mitglieder der freien Softwaregemeinschaft, die ihm bei dem Durchdenken dieser Fragen geholfen haben, dankt ihnen und stellt eine Fortsetzung der Diskussion in Aussicht: "2006 ist ohne Zweifel ein Jahr mit vielen interessanten Entscheidungen." Zumal es noch bis Ende des Jahres dauert, bis die finale Version der GPLv3 vorliegen wird (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=060117026 ). Linux-Erfinder Linus Torvalds erteilte der GPLv3 indessen eine Absage. Für den Linux-Kernel soll auch weiterhin Version zwei gelten. Auch wenn einige Dateien unter der GPLv3 lizenziert werden können, für den Kernel im Allgemeinen gelte dies nicht, stellte Torvalds in einer E-Mail http://lkml.org/lkml/2006/1/25/273 klar.
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