Splitterbombe für Silvestershopper auf Sulawesi - Der Terror gegen Indonesiens Christen hört nicht auf: Ein mit Nägeln, Eisen- und Glasstücken versehener Sprengsatz explodierte am Silvestermorgen auf einem belebten Markt in der Provinzhauptstadt Palu auf der Insel Sulawesi. Die Bombe tötete sieben Personen, darunter einen Unteroffizier der Armee und seine Frau, und verletzte über 50 Personen. Auf dem Markt wurde auch Schweinefleisch verkauft, das Muslimen verboten ist. Die Behörden verhörten mehrere Dutzend Augenzeugen und nahmen einen 40-jährigen Tatverdächtigen fest, der sich vor dem Anschlag stundenlang in der Umgebung des Markts aufgehalten hatte. Die Polizei sah im Anschlag den Versuch, die religiösen Spannungen in der Provinz anzuheizen, in der Dschihad-Milizen 2001 zahlreiche Christen aus ihren Dörfern vertrieben hatten.
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Splitterbombe für Silvestershopper auf Sulawesi

2006/01/05 14:50

Pressemeldung von:
Peter Schmid
Der Terror gegen Indonesiens Christen hört nicht auf: Ein mit Nägeln, Eisen- und Glasstücken versehener Sprengsatz explodierte am Silvestermorgen auf einem belebten Markt in der Provinzhauptstadt Palu auf der Insel Sulawesi.

Die Bombe tötete sieben Personen, darunter einen Unteroffizier der Armee und seine Frau, und verletzte über 50 Personen. Auf dem Markt wurde auch Schweinefleisch verkauft, das Muslimen verboten ist.

Die Behörden verhörten mehrere Dutzend Augenzeugen und nahmen einen 40-jährigen Tatverdächtigen fest, der sich vor dem Anschlag stundenlang
Splitterbombe für Silvestershopper auf Sulawesi
Palu auf Sulawesi
in der Umgebung des Markts aufgehalten hatte. Die Polizei sah im Anschlag den Versuch, die religiösen Spannungen in der Provinz anzuheizen, in der Dschihad-Milizen 2001 zahlreiche Christen aus ihren Dörfern vertrieben hatten.


Fehlendes Vertrauen in die Sicherheitskräfte
Laut der Zeitung “Jakarta Post” kondolierten die Sprecher verschiedener religiöser Organisationen in der Region den Hinterbliebenen und verurteilten die Untat. Bedeutsamer war, dass Saiyid Saggaf Aljufrie, ein Führer der islamischen Massenorganisation Alkhairaat, eine schonungslose Aufklärung des Verbrechens forderte.

Die Regierung müsse allen Bürgern Indonesiens im ganzen Land Sicherheit garantieren, sagte er. “Ermittlungen nach früheren Gewalttaten wurden nicht abgeschlossen.” Dies unterminiere das Vertrauen der Bevölkerung in die Fähigkeiten der Sicherheitskräfte. Manche Kritiker des Sicherheitsapparats werfen den Verantwortlichen vor, die Verbrechen gar nicht aufklären zu wollen.


Christliche Stätten zu Weihnachten vermehrt überwacht
Der Anschlag erfolgte, obwohl die Zentralregierung Anfang Dezember 1'000 zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region sandte. Sie sollten weitere Gewalttaten verhindern, nachdem die Enthauptung von drei christlichen Schuldmädchen weltweit Schlagzeilen gemacht und das Image Indonesiens beschädigt hatte.

An den Festtagen bewachten Polizisten und Soldaten landesweit Kirchen und Gemeindehäuser, Hotels und Läden. In Jakarta und anderen Grossstädten kontrollierten an Heiligabend Sprengstoffexperten die Umgebung von Kirchen.

Blutige Auseinandersetzungen auf Sulawesi und den Molukken-Inseln, bei denen Dschihad-Milizen die Vertreibung von Christen im Schild führten, forderten zwischen 1999 und 2001 mehr als 8’000 Menschenleben.



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