Schweizer verschenken 1,5 Mrd. beim Mobiltelefonieren
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Pressemeldung von:
Claude Weill
Comparis-Studie deckt enormes
Sparpotenzial auf Handybenutzer in der Schweiz zahlen jährlich rund 1,5 Mrd. Franken zu viel an Gebühren. Trotzdem sind sie im Grossen und Ganzen zufrieden mit ihrem Anbieter. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Internet-Vergleichsdiensts comparis.ch http://www.comparis.ch bei 8.324 Benutzern. Befragt wurden in der (nicht repräsentativen Studie) die Mobiltelefonkunden nach ihrer Zufriedenheit mit dem Anbieter, nach dem gewählten Produkt, ihrem Telefonverhalten und dem Preis. Dabei zeigte sich, dass neun von zehn Kunden
zu teuer telefonieren. Der Löwenanteil der geschätzten 1,5 Mrd. Franken, die zuviel bezahlt werden, stammt von der Swisscom. Deren Kunden zahlen 960 Mio. Franken zu viel an Gebühren. Bei Sunrise sind es rund 230 Mio. und bei Orange knapp 300 Mio. Franken. "Mittlerweile ist es beinahe unmöglich, das individuell günstigste Angebot zu finden", meint Telecom-Experte Ralf Beyeler von comparis.ch gegenüber pressetext Schweiz. "Ständig kommen neue Produkte dazu. Da erstaunt es nicht, dass die Kunden einfach mit dem alten Preisplan weitertelefonieren." Beyeler macht kein Hehl daraus, dass die Anbieter mit einer 'Strategie der Verwirrung' arbeiten.
Allein rund 820 Mio. Franken könnten gespart werden, wenn man nur innerhalb des bestehenden Anbieters zu dem für die eigenen Bedürfnisse günstigsten Produkt wechseln würde. Ein Wechsel innerhalb des Anbieters ist in der Regel sofort möglich. Dabei ist Prepaid häufig am günstigsten. Jahrelang waren Prepaid-Produkte massiv teurer als Abos. Seit dem Markteintritt von Migros und Coop mit ihren Prepaid-Produkten im Herbst 2005 hat sich dies aber laut Comparis-Studie geändert. Für die überwiegende Mehrheit der Kunden aller Anbieter wäre ein Prepaid-Produkt am günstigsten. Und dies soll sich auch im neuen Jahr nicht ändern: "Die Telecom-Anbieter werden 2007 fleissig neue Preispläne anbieten", vermutet Ralf Beyeler. "Die Kunden resignieren und werden weiterhin mit den bestehenden Angeboten viel zu teuer telefonieren". Was die Zufriedenheit mit dem Mobilfunkanbieter angeht, so befragte comparis.ch die Kunden nach der Gesprächsqualität, Zufriedenheit mit der Hotline, der Verständlichkeit der Kundeninformationen, der Netzabdeckung und dem Preis. '6' stand dabei für die beste, '1' für die schlechteste Note. Am zufriedensten in der Gesamtbewertung sind die Kunden und Kundinnen der Migros. Deren Mobilangebote wurden mit der Note 5,2 und damit mit dem Prädikat "gut" bewertet. Die Analyse von comparis.ch zeigt weiter, dass neun von zehn M-Budget-Kunden die für sie günstigste Lösung gewählt haben. An zweiter Stelle mit der Gesamtnote 5,1 liegt Coop. Eine gute Note hat auch Swisscom erhalten, obwohl Swisscom in keinem Fall das individuell günstigste Produkt anbietet. Mit der Note 5 kommt die grösste und vergleichsweise teure Mobilfunkanbieterin auf den dritten Platz bei der Kundenzufriedenheit. Sunrise und Orange schneiden mit der Note 4,7 nur noch befriedigend ab, ebenso Cablecom. Schlusslicht ist Tele2 mit der Note 4,6. Weitere Anbieter konnten aufgrund zu geringer Teilnehmerzahlen nicht ausgewertet werden. Swisscom erhält mit 4,9 die beste Note für eine Hotline (Kompetenz, Freundlichkeit und Wartezeiten). Die einzige ungenügende Note hat Cablecom erhalten: Note 3,7 für die Hotline. "Ein Teil dieses Resultat dürfte auf den schlechten Cablecom-Kundenservice aus anderen Bereichen zurückzuführen sein", vermutet Ralf Beyeler. Als einzige Anbieterin hat Swisscom zweimal ein "sehr gut" erhalten und zwar bei der Netzabdeckung (Note 5,6) und der Gesprächsqualität (Note 5,5). Migros hat die verständlichsten und übersichtlichsten Kundeninformationen (Note 4,9). Coop und Tele2 siegen gemeinsam in der Kategorie "Zufriedenheit mit dem Preis" (beide Note 5,1). Erstaunlich ist, dass die Netzabdeckung von Coop eine bessere Note (5,1) als Orange (4,9) erhält. Dabei telefonieren Coop-Kunden auf dem Orange-Netz. Die Zufriedenheit der Kunden zeigt sich auch bei den Weiterempfehlungen. Coop und Migros schneiden hier am besten ab und teilen sich den ersten Platz. 83 Prozent der Personen, die sich in der Comparis-Umfrage zur Weiterempfehlung geäussert haben, würden Coop bzw. Migros weiterempfehlen. Dieser Wert ist bei Coop gleich wie im Vorjahr, bei Migros ist er um acht Prozent gesunken. Weniger häufig werden die drei grossen Anbieter weiterempfohlen: Swisscom kommt auf einen Wert von 70 Prozent (Vorjahr: 74 Prozent), Sunrise und Orange beide auf 63 Prozent. Damit ist die Weiterempfehlungsquote bei Sunrise im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gestiegen, bei Orange ist sie um acht Prozent zurückgegangen. Tele2 kommt auf 65 Prozent, Cablecom auf 62 Prozent. Nur 14 Prozent der Befragten haben vor, den Anbieter auf den nächstmöglichen Termin zu wechseln. Je nach Anbieter gibt es aber Unterschiede: Während je 18 Prozent der Orange-, Cablecom- und Tele2-Kunden den Anbieter wechseln wollen, sind es bei Migros und Coop nur drei, respektive vier Prozent. Elf Prozent der Swisscom-Kunden und 17 Prozent der Sunrise-Kunden beabsichtigen einen Wechsel. "Schweizerinnen und Schweizer wechseln eher aus Unzufriedenheit den Anbieter und nicht, weil er ihnen zu teuer ist", weiss Telecom-Experte Beyeler von comparis.ch.
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