Schweizer vertrauen dem staatlichen Fernsehen
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Pressemeldung von:
Erwin Schotzger
Reality-TV kommt nicht an
Öffentlich-rechtliches Fernsehen genießt in der Schweiz europaweit das größte Vertrauen. 64 Prozent der befragten Schweizer im Rahmen der zweiten UPC European Television Survey 2005 gaben an, den Nachrichten im staatlichen Fernsehen mehr zu vertrauen als im Privat-TV. Das ist der höchste Anteil in allen 14 Ländern, in denen die Umfrage durchgeführt wurde. Außer in der Schweiz vertraut nur in Belgien und Irland die absolute Mehrheit der Befragten dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Der europäische Durchschnitt liegt bei 41 Prozent. Allgemein wird den Öffentlich-Rechtlichen aber in Sachen Nachrichten mehr Vertrauen entgegen gebracht als den Privaten. Da verwundert nicht weiter, dass das Schweizer TV-Publikum resistent gegen Reality-TV zu sein scheint. Beliebtester Nachrichtenmoderator des Landes ist Stephan Klapproth vom Newsmagazin 10vor10.
82 Prozent der Schweizer gehen davon aus, dass Fernsehnachrichten für gewöhnlich oder meistens die Wahrheit sagen. Dieses Vertrauen ins Fernsehen wird nur von den Schweden (83 Prozent) überboten. Der europäische Schnitt liegt bei 70 Prozent. Allerdings verzeichnen die Schweizer auch den niedrigsten TV-Konsum in ganz Europa: Nur 31 Prozent verbringen mehr als zwei Stunden vor der Glotze. Die Franzosen liegen mit 70 Prozent an der Spitze, europaweit liegt der Durchschnitt bei 54 Prozent. Das Interesse an TV-Sendungen über nationale und europäische Politik ist im europäischen Vergleich eher gering. Nur ein Drittel der Schweizer interessiert sich für Innenpolitikformate und sieht sie auch an. Weitere 37 Prozent interessieren sich zwar dafür, sehen diese Sendungen aber für gewöhnlich nicht. 64 Prozent der Schweizer geben an, dass ihr Wahlverhalten von TV-Debatten zu politischen Themen beeinflusst wird. Reality-TV kommt bei 64 Prozent der Europäer nicht (mehr) an. Bei den Schweizern ist das Interesse jedoch deutlich geringer. Nur 15 Prozent können sich für Reality-Formate begeistern (nur drei Prozent sehen sie auch). Dafür zeigen Schweizer eine hohe Affinität für neue Technologien. 77 Prozent sind an der Nutzung neuer Technologien interessiert, mehr als im europäischen Durchschnitt. Allerdings liegt die Schweiz hier nur im oberen Mittelfeld Europas. In Schweden liegt dieser Wert bei 89 Prozent, in Norwegen bei 88 Prozent, in Irland bei 66 Prozent und in Österreich bei 83 Prozent. Die Slowaken sind Europas Technologieverweigerer: Nur 45 Prozent wollen neue Technologien nutzen. Stephan Klapproth wurde zum beliebtesten Nachrichtensprecher der Schweiz gewählt. Cablecom http://www.cablecom.ch verleiht dem Moderator des Magazins 10vor10 den neu geschaffenen "Swiss Tv Award", der mit 20.000 Franken dotiert ist. "Ich möchte das Geld der kleinen, von jungen Bernerinnen und Bernern gegründeten Hilfsorganisation 'Goutte d'eau' spenden, die gegen Kinderhandel und Kinderprostitution in Asien kämpft und deren vorbildliche Waisenheime mich bei einem Besuch in Kambodscha sehr beeindruckt haben", so Klapproth zu der Auszeichnung. Für die UPC European Television Survey 2005 wurden in 14 Ländern, in denen UPC vertreten ist, mehr als 6.000 Konsumenten befragt. Details der Studie sind unter http://www.cablecom.ch/wirueberuns/upc_2005_tv_survey zu finden.
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