Schlag um Schlag: Islamistischer Terror in Bangladesch - Mit einer Welle von tödlichen Anschlägen versuchen Islamisten den Staatsapparat von Bangladesch in die Knie zu zwingen. Das Land, das mit unsäglichen Opfern im Krieg von 1971 von Pakistan unabhängig wurde, soll dem islamischen Gesetz, der Scharia, unterworfen werden. Seit Oktober 2001 greifen islamistische Eiferer im dicht bevölkerten, von Armut gezeichneten Land ihre Ziele zunehmend zur Gewalt. Terrorgruppen versuchen die Region zu destabilisieren – Bangladesch kann sich offenbar weniger wirksam gegen ihre Attacken schützen als die viel grössere Demokratie Indien. Die meisten Bangladeschis sind Muslime; die christliche Minderheit ist in den letzten Jahren da und dort bedrängt und bedroht wurden.
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Schlag um Schlag: Islamistischer Terror in Bangladesch

2005/12/05 10:35

Pressemeldung von:
Peter Schmid
Mit einer Welle von tödlichen Anschlägen versuchen Islamisten den Staatsapparat von Bangladesch in die Knie zu zwingen. Das Land, das mit unsäglichen Opfern im Krieg von 1971 von Pakistan unabhängig wurde, soll dem islamischen Gesetz, der Scharia, unterworfen werden.

Seit Oktober 2001 greifen islamistische Eiferer im dicht bevölkerten, von Armut gezeichneten Land ihre Ziele zunehmend zur Gewalt. Terrorgruppen versuchen die Region zu destabilisieren – Bangladesch kann sich offenbar weniger wirksam gegen ihre Attacken schützen als die viel grössere Demokratie Indien. Die
Schlag um Schlag: Islamistischer Terror in Bangladesch
Dakha
meisten Bangladeschis sind Muslime; die christliche Minderheit ist in den letzten Jahren da und dort bedrängt und bedroht wurden. In den letzten Monaten hat die Gewalt gegen sie zugenommen.


Kampf für totale Geltung der Scharia
Die radikale Bewegung Jama'atul Mujahideen Bangladesh (JMB) fordert islamische Gerichte und die Durchsetzung der Scharia im Land, wodurch Christen zu Zweitklassbürgern degradiert würden. JMB hat aber auch offen nicht-muslimischen Persönlichkeiten und Hilfswerken den Kampf angesagt. Laut Informationen, die der Weltweiten Evangelischen Allianz vorliegen, befinden sich derzeit etwa 172 Trainingslager für Terroristen auf dem Staatsgebiet. JMB soll 2000 Extremisten für Selbstmordanschläge bereit halten.

beaIslamisten geschont und gehätschelt
Die Regierung der pro-islamischen Nationalistenpartei (BNP) hat die Islamisten zu lange gehätschelt. Nun geht die Saat aus radikalen Koranschulen und Medressen auf. Wenn der Einfluss der Lehrer, die Gewalt predigen, nicht unterbunden wird und die Terrorcamps weiter bestehen, droht Bangladesch eine Drehscheibe des internationalen Terrors zu werden. Für ausländische Investoren ist das Land wenig attraktiv; sollten die Extremisten auch die Hilfswerke vertreiben und christliche Sozialprojekte unterbinden, würden die armen Massen noch tiefer im Elend versinken.


Immer wieder: Anschläge auf Gerichtsgebäude
Am 29. November verübten islamistische Selbstmordattentäter Anschläge auf zwei Gerichtsgebäude in der Hafenstadt Chittagong und in Gasipur und töteten insgesamt sieben Personen. 60 Personen wurden verletzt, 21 davon schwer. Einige sind den Verletzungen seither erlegen. Am 1. Dezember demonstrierten Anwälte in Gasipur. Da explodierte ein Sprengsatz bei einem Kontrollposten der Polizei vor der Hauptverwaltungsgebäude der Stadt. Ein Polizist wurde getötet.


17. August: Fast 500 Detonationen an einem Tag
Die jüngste Terror-Eskalation setzte am 17. August ein, als die JMB-Bewegung landesweit zuschlug: Gegen 500 kleine, improvisierte Sprengsätze explodierten fast gleichzeitig in 63 von 64 Distrikten des Landes. In Aufrufen, die bei vielen der Ladungen gefunden wurden, forderten die Islamisten den Abzug aller fremden Hilfswerke, die „in anti-islamischen Aktivitäten in muslimischen Ländern engagiert“ seien. Mit der landesweiten Aktion stellten die Extremisten ihre gute Organisation unter Beweis.


Morddrohungen gegen Hilfswerke, Pastoren, Missionare
Sie doppelten nach mit der Drohung, dass „jeder, der Demokratie institutionell einführen will, der Feind des Islam ist“. Stattdessen sei die Herrschaft des Islam durchzusetzen. Nach Geheimdienstinformationen planten die Extremisten die Ermordung von nicht-muslimischen Leitern, sowohl Einheimischen wie Ausländern und Hilfswerkmitarbeitern.


Richter als Zielscheiben
Am 3. Oktober gingen grössere Bomben in drei Distriktgerichen hoch. Am 14. November wurden zwei Richter auf dem Weg zur Arbeit ermordet, als ein Militanter bei einem Halt zu ihnen trat und Sprengmaterial ins Fahrzeug warf, das sogleich explodierte. Der Attentäter trug24 JMB-Flugblätter und einen scharfen Sprengsatz auf sich (wäre er nicht ernstlich verletzt worden, hätte er den wohl bei der Verhaftung gezündet).

Wird Bangladesch zur Terror-Drehscheibe?
Die Bereitschaft von Einheimischen, sich selbst ohne Rücksicht auf Umstehende für die Sache des Islam in die Luft zu sprengen, schockiert die Bangladeschis, die in den Städten auf engstem Raum zusammenleben. Ende November wurde bekannt, dass die Militanten ihre Gegner mit allen Mitteln bekämpfen sollen. Offenbar steht die JMB in Kontakt mit Terrorgruppen in Pakistan und Afghanistan.



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