Scharon im Koma: „Ein Gebet für den Premierminister“
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Pressemeldung von:
Bradley Burston, Übersetzung: Livenet
Die liberale Jerusalemer Zeitung Haaretz veröffentlichte am Donnerstag „ein Gebet für den Premierminister“, verfasst von Bradley Burston. Es zeigt die enormen Spannungen, unter denen Ariel Scharon sein Amt ausfüllte, die Zerrissenheit Israels und die Ungewissheit, die durch seine Hirnblutung über den bedrohten jüdischen Kleinstaat hereingebrochen ist. Hier der Text des Gebets in deutscher Übersetzung.
Sag ein Gebet für den Premierminister. Sag ein Gebet für den Mann, der nicht gebrochen werden konnte. Sag ein Gebet für unsere Gegenwart, die in
Scherben liegt. Sag ein Gebet für unsere verhängte gemeinsame Zukunft.
Bete für den Mann, der nicht zum Anhalten noch von seinem Kurs abgebracht werden konnte. Sag ein Gebet für die Zukunft, die er allein vor Augen hatte. Sag ein Gebet für die Menschen, die er zurücklässt. Das Volk der Juden, die Menschen, die er liebte (…), die Menschen, die es nicht übers Herz brachten, ihn zu lieben. Bete für jene unter uns, die ihn einst umarmten und dann dazu kamen, ihn zu verfluchen. Bete für jene unter uns, die ihn einst verfluchten und es nicht übers Herz brachten, ihm zu vergeben. Bete für jene, die sich selbst religiös nennen und in diesem Geschehen die Hand Gottes sehen. Bete für jene, die sich selbst nicht-religiös nennen und nun das Bedürfnis spüren zu beten. Bete für die Politiker, die, ohne ihn ersetzen zu können, nun an seine Stelle treten. Bete für ein Wunder. Bete für uns alle. Bete, dass es uns gelinge, einander zu heilen. Bete für dieses Land. Damit es den Frieden finde, den er nie finden wird. NB.Im Losungsbuch der Brüdergemeine findet sich das Wort aus Jeremia 3,23 als Losung für den 6. Januar: „Wahrlich, es hat Israel keine andere Hilfe als am Herrn, unserm Gott.“
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