Private Equity in China: Stolperstein Bürokratie bremst - Die US-amerikanische Investmentfirma Carlyle Group hat China als lukrativen Geschäftsstandort für Private-Equity-Aktivitäten entdeckt. Das Unternehmen plant, seine bisherigen Anstrengungen zu verdoppeln und stützt seine Zuversicht auf die boomende Wirtschaft. Wenngleich viele global tätige Großkonzerne in die Volksrepublik investieren, ist der chinesische Markt für das Private-Equity-Geschäft noch längst nicht optimal eingestellt. So führt der fehlende Bürokratieabbau häufig zu indirekten Bevorzugungen inländischer Gesellschaften. "Diese Region ist ein spannender und derzeit wirtschaftlich florierender Markt, dennoch trüben vor allem rechtliche Unsicherheiten die Aussichten möglicher europäischer Investoren, dort aktiv tätig zu werden", sagt Jürgen Marchart, Geschäftsführer der Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation.
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Private Equity in China: Stolperstein Bürokratie bremst

2007/11/20 09:03

Pressemeldung von:
Florian Fügemann
Die US-amerikanische Investmentfirma Carlyle Group hat China als lukrativen Geschäftsstandort für Private-Equity-Aktivitäten entdeckt. Das Unternehmen plant, seine bisherigen Anstrengungen zu verdoppeln und stützt seine Zuversicht auf die boomende Wirtschaft. Wenngleich viele global tätige Großkonzerne in die Volksrepublik investieren, ist der chinesische Markt für das Private-Equity-Geschäft noch längst nicht optimal eingestellt. So führt der fehlende Bürokratieabbau häufig zu indirekten Bevorzugungen inländischer Gesellschaften.

"Diese Region ist ein spannender und
Private Equity in China: Stolperstein Bürokratie bremst
Chinesische Behörden bremsen ausländisches Private-Equity-Wachstum (Foto: pixelio.de)
derzeit wirtschaftlich florierender Markt, dennoch trüben vor allem rechtliche Unsicherheiten die Aussichten möglicher europäischer Investoren, dort aktiv tätig zu werden", sagt Jürgen Marchart, Geschäftsführer der Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation. Investorengesellschaften wie Private-Equity-Fonds bis hin zu Investmentbanken lassen bereits seit einigen Jahren ihr Kapital fast ungezügelt in den chinesischen Wirtschaftsstandort fließen.

Dabei konzentrieren sich die Investitionen häufig auf wachstumsstarke Unternehmen, von denen eine Transformation hin zu Industrie-führenden Markt-Playern erwartet wird. Trotz der zuversichtlichen Prognosen haben vor allem ausländische Private-Equity-Firmen bis dato jedoch Probleme, Transaktionen über 500 Mio. Dollar über die chinesischen Behörden abzuwickeln. Brancheninsider führen dieses Manko insbesondere auf die in China gezielt bestehenden Überregulierungen und damit bürokratischen Stolpersteine zurück. "Aus diesem Grund sind für europäische Private-Equity-Investments eher die Staaten Zentral- und Osteuropas interessanter", unterstreicht Marchart.

So sieht sich Carlyle mit einer von den chinesischen Behörden zurückgewiesenen Minderheitsbeteiligung an einer chinesischen Bank konfrontiert. Auch wurden Entscheidungen in Hinblick auf die Mehrheitsbeteiligung Carlyles am Industriemaschinen-Konzern Xugong Group Construction Machinery mit erheblichen Verzögerungen bearbeitet. In einem anderen Beispiel hadern die Amerikaner mit den chinesischen Behörden, da ein von ihnen gegründetes Konsortium eine 20-prozentige Anteilshaberbschaft am landesweit drittgrößten Versicherer, der China Pacific Insurance, anstrebt, berichtet das Wall Street Journal.

"Unsere größte Herausforderung wird nicht die Konkurrenz unter den ausländischen Private-Equity-Gesellschaften sein, als vielmehr gegenüber den einheimischen Investmentfirmen, die viele Stärken besitzen, die wir einfach nicht haben können", sagt Carlyle-Group-Gründer David Rubenstein. "Meiner Meinung nach ist China nach wie vor ein geeigneter Investitionsstandort. Dennoch sind kleinere Investmentfonds derzeit die bessere Strategie, da diese häufig lokal effizienter vernetzt sind und über entsprechende Anbindungen vor Ort verfügen", sagt Florian Siegfried, Geschäftsführer des Schweizer Finanzdienstleisters shaPE Capital AG.



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