Open Source: Frauen an die Macht
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Pressemeldung von:
Martin Stepanek
Fedora-Projekt ruft zu weiblicher Mitgestaltung auf
Das Open-Source-Projekt Fedora http://fedoraproject.org hat ein spezielles Frauenprogramm ins Leben gerufen, welches Anwenderinnen und Entwicklerinnen eine eigene Web-Plattform rund um die Verwendung und Entwicklung von Fedora bieten soll. Durch das Angebot von Fedora Women http://fedoraproject.org/wiki/Women wollen die Projektinitiatoren Frauen zu einer aktiveren Mitarbeit animieren und deren öffentliche Präsenz in der Männer-dominierten Community verstärken. "Die Diskriminierung von Frauen im Open-Source- und
IT-Bereich ist definitiv ein Thema", meint Gina Lanik, Systemadministratorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Rechenzentrums WSR http://www.wsr.ac.at, im pressetext-Gespräch. "Das Thema Frauen und Technik ist in der Gesellschaft immer noch mit einer Reihe von Vorurteilen besetzt. Da kommt es natürlich immer wieder vor, dass Frauen auch im Open-Source-Bereich nicht Ernst genommen und öffentlich belächelt werden", so Lanik. Die Ausprägung von Vorurteilen sei allerdings länderspezifisch recht unterschiedlich und auch vom Einsatzbereich abhängig, räumt die Open-Source-Expertin ein. So gelte beispielsweise der nordamerikanische Raum im Bereich Open Source als frauenfeindlicher als etwa Europa.
"Gerade die Open-Source-Szene ist von patriarchalischen Strukturen geprägt, da Entwicklungsmodelle sehr hierarchisch aufgebaut sind", meint Christian Jeitler vom Verein Quintessenz http://www.quintessenz.org , der für die Organisation der Linuxwochen http://linuxwochen.at/2006 mitverantwortlich zeichnet. Als positiver Trend sei allerdings zu vermerken, dass immer mehr Frauen in Hightech-Bereichen präsent seien. "Projekte wie Fedora Women sind zwar begrüßenswert. Die Vorbildwirkung von Frauen als Vortragende bei öffentlichen Veranstaltungen oder als Leiterinnen von IT-Unternehmen besitzt aber ungleich mehr Strahlkraft", zeigt sich Jeitler gegenüber pressetext überzeugt. Eine dieser Unternehmerinnen, Sherryl Manalo, CEO und Mitbegründerin des Linux-Software-Unternehmens antitachyon http://www.antitachyon.com , hält spezielle Frauenplattformen prinzipiell ebenfalls für eine gute Idee. "Ob die grundsätzliche Problematik, dass Frauen im Open-Source-Bereich nur wenig vertreten sind, damit gelöst werden kann, wage ich allerdings zu bezweifeln", meint Manalo gegenüber pressetext. Auch sie bestätigte Laniks Beobachtung, dass die Problematik zum Teil auch Breitengrad-abhängig sei. So seien in Asien, vor allem etwa in Indien Frauen weitaus häufiger in technischen Berufen anzutreffen als hierzulande, sagt Manalo. Fedora Women ist nur eine unter mehreren Open-Source-Plattformen, die sich speziell an eine weibliche Anwenderschaft richten. Neben besagtem Projekt finden sich seit geraumer Zeit auch die Plattformen Linuxchix http://www.linuxchix.org , Debian Women http://women.debian.org sowie Ubuntu Women http://ubuntu-women.org im Netz wieder.
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