Neue Möglichkeiten zur Behandlung von Drogensucht - Rezeptor Gpr37 steigert Empfindlichkeit gegenüber Rauschgiften Eine Forschergruppe des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biologia Cellulare http://www.cnr.it in Monterotondo bei Rimini hat nachgewiesen, dass der im Gehirn der Säugetiere vorkommende Rezeptor Gpr37 die Empfindlichkeit gegenüber der Stimulanzwirkung von Rauschgiften steigert. Die Entdeckung öffnet nach Meinung der Wissenschaftler neue Wege zur pharmakologischen Bekämpfung der Drogensucht. "Anhand von Versuchen mit Labormäusen haben wir festgestellt, dass dieser Rezeptor die Eigenschaften des Dopamin-Transporteurs (DAT) beeinflusst", erläutert Institutsleiter Glauco Tocchini-Valentini.
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Neue Möglichkeiten zur Behandlung von Drogensucht

2007/07/10 08:26

Pressemeldung von:
Harald Jung
Rezeptor Gpr37 steigert Empfindlichkeit gegenüber Rauschgiften

Eine Forschergruppe des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto di Biologia Cellulare http://www.cnr.it in Monterotondo bei Rimini hat nachgewiesen, dass der im Gehirn der Säugetiere vorkommende Rezeptor Gpr37 die Empfindlichkeit gegenüber der Stimulanzwirkung von Rauschgiften steigert. Die Entdeckung öffnet nach Meinung der Wissenschaftler neue Wege zur pharmakologischen Bekämpfung der Drogensucht.

"Anhand von Versuchen mit Labormäusen haben wir festgestellt, dass dieser Rezeptor die
Neue Möglichkeiten zur Behandlung von Drogensucht
Neue Wege zur Bekämpfung der Drogensucht (Foto: pixelio)
Eigenschaften des Dopamin-Transporteurs (DAT) beeinflusst", erläutert Institutsleiter Glauco Tocchini-Valentini. "Bei Dopamin handelt es sich um einen Neurotransmitter aus der Gruppe der Katecholamine, der bei Säugetieren als wichtigster Regulator für die motorischen und emotionalen Reaktionen des Organismus dient." Das Forscherteam hat deshalb eine genetisch manipulierte Generation von Mäusen gezüchtet, bei der die Fähigkeit zur Produktion von Grp37-Rezeptoren fehlte.

"Bei diesen Tieren hat sich gezeigt, dass sie weitaus weniger auf die stimulierende Wirkung von Kokain reagieren als genetisch unbeeinflusste Exemplare. Die Entdeckung kann als Grundlage für Lebenduntersuchungen bei der Einnahme von Rauschgiften und der Entwicklung von pharmazeutischen Gegengiften dienen", so Tocchini-Valentini weiter. Da Dopamin auch auf die extrapyramidale Motorik des Menschen wirkt, wird auch eine Korrelation zur Parkinson-Krankheit und somit die Möglichkeit innovativer Therapieansätze vermutet.

Die im Jahre 1996 entstandenen Forschungslabors von Monterotondo sind Teil des Netzwerkes des Europäischen Mutantenarchivs (EMMA), das der CNR mit Hilfe von EU-Mitteln aufgebaut hat. Dort sind inzwischen über tausend mutierende Stämme von multifaktoriell bedingten Humanpathologien gespeichert. Tocchini-Valentini geht davon aus, dass künftig 300 bis 500 neue Stämme pro Jahr aufgenommen und verteilt werden können. Auf dem Campus von Monterotondo sind über 150 Wissenschaftler und Fachleute (darunter 70 aus dem Ausland) tätig. Kooperationen werden mit dem international hoch renommierten "Jackson Laboratory", der Universität in Davis (Kalifornien), der Harvard Medical School (Boston) und der Unversität Manitoba (Winnipeg) unterhalten.



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