Mutterliebe total: Babywürmer knabbern an der Mama
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Pressemeldung von:
Wolfgang Weitlaner
Amphibische Würmer betreiben intensive Brutpflege
Wie weit Brutpflege gehen kann, haben Wissenschaftler des Natural History Museum in London in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature http://www.nature.com nun beschrieben. Die Mütter des amphibischen Wurmes Boullengerula taitanus entwickeln eine nährstoffreiche äußere Hautschicht nachdem sie Eier gelegt haben. Der Nachwuchs knabbert dann von Mutters Fleisch. "Das war wirklich höchst interessant zu beobachten", so Studienautor Mark Wilkinson vom Natural History Museum. Die Forscher sind auf die
Idee gekommen, die amphibischen Würmer der Ordnung Blindwühlen aus Kenia genauer unter die Lupe zu nehmen, weil Muttertiere eine andere Färbung aufwiesen als herkömmliche adulte Würmer. Zudem stellten sie fest, dass bereits die Neugeborenen mit Zähnen auf die Welt kamen. Die Forscher haben daraufhin 21 weibliche Würmer mit Jungen im Labor gefilmt. Eine Woche nach der Geburt haben die weiblichen Tiere etwa ein Siebentel ihres Körpergewichts verloren. Teile der Hautzellen der Mütter fanden die Forscher in den jungen Würmern.
Bekannt ist von anderen Amphibien wie Fröschen oder Kröten, dass sie ihre Haut nach der Häutung wegen der Nährstoffe fressen. "Dieses nun beobachtete Verhalten ist dem ziemlich ähnlich", so der Wissenschaftler. Unklar ist den Forschern noch, warum sich diese Art der Babyernährung in der Evolution durchsetzen konnte. Die Wissenschaftler vermuten, dass es wahrscheinlich einfacher sei eine dicke Oberhaut als Nahrungsquelle zu produzieren als Eier mit einem großen Dottersack. "Wenn ein Junges stirbt, ist zwar das Ei umsonst gewesen, die Haut gehe dabei aber nicht verloren", so der Forscher. Die genaue Zusammensetzung der Fettschicht, die die Jungen fressen ist noch nicht erforscht. Ebenso fehlt die Antwort auf die Frage wie die jungen Tiere wissen, ab wann die Ernährung von Mutters Fleisch für das Muttertier tödlich ist. Diese Fragen will Wilkinson allerdings anderen Forscherkollegen überlassen. Er widmet sich nun anderen Amphibien, die ähnliche Verhaltensmuster zeigen. Blindwühlen sind gliedmaßenlose, schlangenähnliche Amphibien ohne Schwanz. Sie sehen wie Würmer aus und werden von sieben Zentimetern bis zu 1,5 Meter lang. Die Augen sind verkümmert und von Haut überzogen. Blindwühlen findet man in Südostasien von Südchina, Indien und Sri Lanka bis zu den Philippinen, in Zentralafrika, auf den Seychellen, in Mittelamerika und in großen Teilen Südamerikas. Dort leben sie unterirdisch im feuchten, lockeren Boden und Waldstreu der tropischen Wälder und Plantagen, oft in Flussnähe.
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