Körpergröße Indikator für ökonomische Ungleichheit
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Pressemeldung von:
Verena Töpper
Zwei Wirtschaftshistoriker der Universität Tübingen http://www.uni-tuebingen.de und der University of Oxford http://www.ox.ac.uk sind der Frage nachgegangen, wie sich Wohlstand und Lebensstandard in Afrika verteilen. Da nur wenige Daten über die regionalen Einkommensunterschiede Afrikas vorliegen, kamen die Forscher auf die Idee, die Körpergröße zu untersuchen. "Die Größe eines Menschen hängt stark von seiner Ernährung und seinem medizinischen Umfeld ab", erklärt Jörg Baten, Professor für Wirtschaftsgeschichte der Universität Tübingen, im Gespräch mit pressetext. "Daher kann
man von der Körpergröße auf die Ungleichheit in der Bevölkerung schließen."
Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die soziale Ungleichheit in Afrika in Regionen mit Diamant- und Goldvorkommen besonders groß ist. In Gebieten mit einer konsumentennahen Industrie und Bildungsangeboten stieg der biologische Lebensstandard dagegen. Den weit verbreiteten Vorwurf, Globalisierung verstärke soziale Ungleichheit, konnten die Forscher allerdings nicht bestätigen. "In Regionen, in denen mehrere Produkte wie Kaffee, Zuckerrohr und Baumwolle für den Weltmarkt produziert werden, ist die Ungleichheit geringer", berichtet Baten. Dies gelte allerdings nicht für Monokulturen, in denen nur eines der Produkte angebaut wird. Grund sei vermutlich, dass der Staat einen großen Einfluss auf diese Regionen hat, was sich leider oft negativ auf den Einzelnen auswirkt. "In Regionen, in denen mehrere Produkte angebaut werden, ergeben sich mehr Chancen", so Baten. Die Forscher kamen des weiteren zu dem Ergebnis, dass die Ungleichheit in Afrika mit zunehmender ethnischer Homogenität sinkt. Sobald jedoch eine ethnische Gruppe mehr als 50 Prozent der Bevölkerung einer Region ausmacht, tritt der gegenteilige Effekt ein: Ethnische Minderheiten werden unterdrückt, die soziale Ungleichheit steigt. Die Körpergröße als Indikator für Ungleichheit soll nun auch in anderen Studien, etwa über Südasien, eingesetzt werden. Für Europa mache dieses Verfahren aber nur auf langfristige Perspektive Sinn, so Baten.
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