Internet: Scheidung per Mausklick - Webseiten sollen Trennung erleichtern Immer mehr Anwälte betreiben Webseiten rund um das Thema Scheidung und versuchen ihren Klienten damit den Gang zum Gericht zu ersparen. Nach dem großen Boom von Online-Partnerseiten und Flirtbörsen macht sich im Netz nun ein gegenteiliger Trend breit. Inzwischen versprechen diverse Scheidungshomepages wie http://www.meinescheidung.de, http://www.
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Internet: Scheidung per Mausklick

2005/11/28 10:53

Pressemeldung von:
Claudia Zettel
Webseiten sollen Trennung erleichtern

Immer mehr Anwälte betreiben Webseiten rund um das Thema Scheidung und versuchen ihren Klienten damit den Gang zum Gericht zu ersparen. Nach dem großen Boom von Online-Partnerseiten und Flirtbörsen macht sich im Netz nun ein gegenteiliger Trend breit. Inzwischen versprechen diverse Scheidungshomepages wie http://www.meinescheidung.de, http://www.scheidungskosten.com oder http://www.scheidungen-online.de eine kostengünstige und angenehme Trennung vom Ehepartner. Bis zu 25 Prozent Ersparnis gegenüber einer traditionellen Scheidung sollen
Internet: Scheidung per Mausklick
die virtuellen Konfliktlösungen bringen. Immerhin werden bei den Online-Verfahren beide Ehepartner von einem einzigen Anwalt betreut.

Wenn sich beide Eheleute einig sind, besteht die Möglichkeit sich die Scheidungspapiere, die für eine einvernehmliche Trennung notwendig sind, aus dem Netz herunterzuladen und ausgefüllt online wieder an die Anwaltskanzlei zurückzuschicken. Den Menschen bleibt so die Chance auf eine anonyme Regelung von zuhause aus. Meist würden dies Paare in Anspruch nehmen, die nur noch den fehlenden formellen Schritt hinter sich bringen wollen, so Anwalt Christian Kieppe gegenüber dem Handelsblatt. Billiger als eine Scheidung über den Briefverkehr einzuleiten ist der virtuelle Weg jedoch nicht.

Viele Scheidungsanwälte sehen den Trend zur Online-Trennung jedenfalls äußerst kritisch. "Ich lehne das total ab. Das kann nicht gut sein, ohne eine ordentliche Beratung würde ich keinesfalls eine Scheidung durchführen", so Anwältin Ingrid Bläumauer im Gespräch mit pressetext. Auf vielen der Scheidungsseiten werden die Abläufe des Verfahrens zu unausführlich erklärt und sie vermitteln den Eindruck, als wäre zur Trennung tatsächlich nur ein Mausklick nötig. Aufgrund der Virtualität ist das Handeln in Konfliktfällen relativ begrenzt. "Ich habe von diesen Seiten gehört, aber es gibt seriöse Kollegen, die das ablehnen", betont Bläumauer. Sobald es in den Verfahren um Unterhalts- und Sorgerechtsfragen geht, werden die Online-Scheidungen häufig kompliziert und können doppelte Kosten verursachen.



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