Hoffnung auf Medikament gegen posttraumatisches Stresssyndrom
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Pressemeldung von:
Reanne Leuning
Kortikosteron-Injektion lässt Mäuse Traumata vergessen
Ein Wissenschaftsteam um Craig Powell der Universität Texas in Austin http://www.utexas.edu hat entdeckt, dass das körpereigene Stresshormon Kortikosteron zur Linderung des posttraumatischen Stresssyndroms eingesetzt werden kann. In einer Studie an Mäusen konnten die Forscher zeigen, dass die Erinnerung an einen elektrischen Schock die Tiere weniger aufregte, nachdem sie Kortikosteron gespritzt bekamen. Die Wissenschaftler glauben, dass das Hormon neue Erinnerungen hervorbringt, die die Angst erregenden Erinnerungen in
den Hintergrund drängen. Die Studienergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Neuroscience http://www.jneurosci.org veröffentlicht.
Um zu diesem Ergebnis zu kommen, wurden die Mäuse in einen Plastikbehälter gestellt und ihr Bein einem schmerzhaften elektrischen Schock ausgesetzt. Zwei Tage später kehrten die Mäuse zum Unglücksort zurück. Es stellte sich heraus, dass ihre Angst - gemessen an der Zeit, die sie an der Stelle 'erstarrt' waren - trotz des Zeitabstandes unverändert hoch blieb. Empfingen die Mäuse in diesem Moment jedoch eine Kortikosteron-Injektion, dann ließ die Angst erheblich nach. Wurden die Tiere einen Tag später wieder in den Behälter gestellt, war ihr Angstniveau noch immer viel niedriger. Die Forscher entdeckten, dass das Hormon erst nach Rückkehr zum Ort des Traumas verabreicht werden sollte, um effektiv zu sein. Wurde es vorher oder ohne, dass die Mäuse zur Unglücksstätte zurückkehrten verabreicht, wies das Hormon keinen einzigen Effekt auf. Wurde bei den Mäusen vier Tage lang regelmäßig Kortikosteron eingespritzt, dann spielte die zeitliche Planung jedoch eine weniger wichtige Rolle. Sowohl wenn das Hormon vor als auch nach der zweiten Aussetzung am Behälter verabreicht wurde, ließ das Angstniveau erheblich nach. Das Wissenschaftsteam experimentiert jetzt mit Kriegsveteranen, die an einem posttraumatischen Stresssyndrom leiden, um aufzuklären, ob Hormoninjektionen auch sie von ihrer Qual befreien können.
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