Häftlinge kümmern sich um Sterbende
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Pressemeldung von:
dpa/ Livenet
In Polen gibt es für Häftlinge ein ungewöhnliches Resozialisierungsprogramm.
Sie unterstützen Geistliche bei deren Arbeit in einem Hospiz. Stationsschwester Elzbieta Skowronska war zunächst entsetzt über diese Idee. "Wir betreuen die Hilfslosesten der Hilflosen", sagte sie. Vom Dieb bis zum Gewaltverbrecher, an der Seite von Sterbenden - das konnte sie sich nicht vorstellen. Die Schwester hat ihr Unbehagen inzwischen längst überwunden. In den fünf Jahren seien keine Medikamente aus dem Arzneischrank verschwunden, und auch Geld oder Wertsachen wurden nie gestohlen, obwohl die
Tür des Aufenthaltsraums der Mitarbeiter niemals abgeschlossen ist.
Im Umgang mit Schwerstkranken machen viele Häftlinge ganz neue Erfahrungen. "Früher habe ich das Alter als etwas gesehen, was mich nichts angeht", schildert ein 33-jähriger Häftling. "Jetzt weiss ich, dass das auch irgendwann auf mich wartet. Und dann wünschte ich mir, dass ein anderer Mensch keine Angst hat, sich um mich zu kümmern."
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