HIV-Infektionen in der Schweiz auf hohem Niveau stabil
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Pressemeldung von:
Claude Weill
Abnahme bei heterosexuellen Übertragungen
Im ersten Halbjahr 2007 wurden mit 333 (337 im Jahr 2006) HIV-Meldungen dem Bundesamt für Gesundheit BAG http://www.bag.admin.ch praktisch gleich viele HIV-Diagnosen gemeldet wie im Vorjahr. Die Hochrechnungen für 2007 lassen einen leichten Rückgang des Totals aller Meldungen erwarten. Nach Übertragungswegen ergibt sich ein leicht differenziertes Bild: Die Meldungen von HIV-Infektionen bei schwulen Männern nehmen auch dieses Jahr noch zu, allerdings erscheint die Zunahme gegenüber den beiden Vorjahren abgeschwächt. Eine Abnahme der
Fälle ist bei heterosexueller Übertragung zu erwarten: bei Schweizer Staatsbürgern deutlich, bei Migranten aus Subsahara-Afrika bleibt der Trend auch rückläufig. Dementsprechend verändern sich die Anteile an den Meldungen: 43 Prozent der neuen Meldungen betreffen Männer, die mit Männern Sex haben, 19 Prozent MigrantInnen aus Subsahara-Afrika, 13 Prozent heterosexuelle Schweizerinnen und Schweizer.
Zwei Meldungen betreffen Mutter-Kind-Übertragungen (2006 total 1). Hier ist zu beachten, dass seit der Veröffentlichung der Empfehlung im Jahr 2003, allen schwangeren Frauen den HIV-Test während der Schwangerschaft nahe zu legen, keine Mutter-Kind-Übertragung zu beobachten war, wenn ein Test durchgeführt wurde und die HIV-Infektion der Mutter bekannt war. Die bei HIV-infizierten Müttern empfohlenen Präventionsmassnahmen (antiretrovirale Therapie vor der Geburt, Kaiserschnitt, Verzicht auf Stillen) sind also wirksam. Dass doch noch in Einzelfällen Übertragungen von der infizierten Mutter auf das Kind vorkommen, belegt, dass die Ärzteschaft regelmässig daran erinnert werden muss, bei allen Schwangerschaften der werdenden Mutter den HIV-Test zu empfehlen. Für die beiden im 2007 gemeldeten Fälle trifft dies allerdings nicht zu: ein Fall betrifft ein im Ausland geborenes Kind, der zweite eine Nachmeldung einer Geburt vor vielen Jahren. Angesichts der tiefen Ansteckungsraten bei heterosexuellen Männern und Frauen stellt sich hier die Frage, ob die aktuelle AIDS-Präventionskampagne des BAG und der AIDS-Hilfe Schweiz http://www.aids.ch nicht an den Hauptbetroffenen vorbeizielt. Die aktuelle Kampagne http://www.stopaids.ch wendet sich an eine breite Bevölkerungsgruppe. "Nein", erklärt Thomas Lyssy, Mediensprecher der Aids-Hilfe Schweiz, gegenüber pressetext. "Es gibt nicht nur diese sichtbare Kampagne. Unsere Hauptzielgruppen bleiben Schwule, Prostituierte, Freier und MigrantInnen, welche wir mit gesonderten Kampagnen ansprechen." Und Lyssy weiter: "Vielleicht ist es gerade die breite AIDS-Aufklärung der letzten 20 Jahre, welche zum Rückgang der HIV-Infektionen in der breiten Bevölkerung geführt haben." Zur Zeit stehen der AIDS-Prävention jährlich zwei Mio. Franken zur Verfügung.
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