Guantanamo: Mediziner kritisieren US-Regierung - Gefangene festgeschnallt und zwangsernährt Mehr als 250 Experten aus verschiedenen Bereichen der Medizin haben einen Brief unterzeichnet, der die US-Regierung dafür verurteilt, dass sie in Guantanamo in Hungerstreik befindliche Gefangene zwangsweise ernährt. Die Mediziner erklärten, dass die Stationsärzte des Militärgefängnisses das Recht der Insassen auf Nahrungsverweigerung zu akzeptieren hätten. Das in dem Fachmagazin The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlichte Schreiben fordert, dass Mediziner, die Disziplinierungsmaßnahmen und Zwangsernährung einsetzen von ihren Standesvertretungen bestraft werden sollten.
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Guantanamo: Mediziner kritisieren US-Regierung

2006/03/13 11:46

Pressemeldung von:
Michaela Monschein
Gefangene festgeschnallt und zwangsernährt

Mehr als 250 Experten aus verschiedenen Bereichen der Medizin haben einen Brief unterzeichnet, der die US-Regierung dafür verurteilt, dass sie in Guantanamo in Hungerstreik befindliche Gefangene zwangsweise ernährt. Die Mediziner erklärten, dass die Stationsärzte des Militärgefängnisses das Recht der Insassen auf Nahrungsverweigerung zu akzeptieren hätten. Das in dem Fachmagazin The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlichte Schreiben fordert, dass Mediziner, die Disziplinierungsmaßnahmen und Zwangsernährung einsetzen von
ihren Standesvertretungen bestraft werden sollten. Derzeit werden in Guantanamo rund 500 Gefangene ohne Gerichtsverhandlung festgehalten.

Die US-Regierung hat argumentiert, dass die Genfer Konvention auf die Gefangenen dieses Lagers nicht gelte, die als feindliche Kämpfer eine Gefährdung der nationalen Sicherheit bedeuteten. Menschenrechtsorganisationen und die Vereinten Nationen haben die Schließung der Einrichtung gefordert. Amnesty International erklärte, dass die Besorgnis erregenden Anschuldigungen im Schreiben der Mediziner die Notwendigkeit einer medizinischen Untersuchung der Gefangenen von unabhängiger Seite unterstreiche.

Der offene Brief wurde von mehr als 250 Spitzenmedizinern aus Großbritannien, Amerika, Irland, Deutschland, Australien und den Niederlanden unterzeichnet. "Wir ersuchen die US-Regierung sicherzustellen, dass die Häftlinge durch unabhängige Ärzte untersucht werden und dass Methoden wie Zwangsernährung und Restraint chairs unterlassen werden." Die Mediziner erklärten, dass die World Medical Association http://www.wma.net besonders die Zwangsernährung verbiete. Häftlinge haben zu Protokoll gegeben, dass Hungerstreikende in Sesseln festgeschnallt und mittels in die Nase eingeführten Schläuchen zwangsernährt wurden. Mehr als 80 Insassen sollen im Dezember letzten Jahres in Hungerstreik gegangen sein. Diese Zahl soll sich laut BBC jetzt auf vier verringert haben.



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