Großbritannien: Callcenter-Arbeit gefährdet Gehör
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Pressemeldung von:
Michaela Monschein
Der Großteil der Arbeitgeber verzichtet auf Schutzmaßnahmen
Zwei Drittel der britischen Callcenter schützen ihre Mitarbeiter nicht vor durch Lärm entstehende Gehörschäden. Auf der von 27. bis 28. November stattfindenden Annual Acoustic Safety Conference (SECC) http://www.acousticsafety.org/?id=conf06day1 wird eine Reihe von Experten Studien präsentieren, die zu dem Schluss kommen, dass ein Großteil der 900.000 Mitarbeiter von Callcentern gefährdet ist. Eine steigende Anzahl von Verletzungen und Erkrankungen wird laut diesen Forschungsergebnissen durch einen akustischen
Schock und andere mit Lärm verbundene Gefahren verursacht. Mehr als 700 Personen haben bisher laut BBC einen akustischen Schock erlitten. Bisher wurden Entschädigungen in der Höhe von 2,5 Mio. Pfund ausbezahlt. 300 weitere Fälle werden derzeit laut Angaben des Acoustic Safety Programme http://www.acousticshock.org bearbeitet. Diese unabhängige Organisation hat es sich zum Ziel gemacht, das Gehör der Mitarbeiter von Callcentern zu schützen.
Ein akustischer Schock wird als eine zeitweise oder permanente Beeinträchtigung der Funktionen des Gehörs oder des Nervensystems definiert. Verursacht werden kann diese Schädigung durch ein plötzliches starkes Ansteigen der akustischen Belastung durch Headset-Telefone. Dieses Geräusch kann ein Pfeifen sein, ein Piepton oder jede Art von unerwartetem Geräusch. Experten gehen davon aus, dass viele Menschen ohne es zu bemerken einen akustischen Schock erlitten haben. Ein Teil der Arbeitgeber versucht ihre Mitarbeiter zu schützen. Der Großteil der Betreiber verzichtet auf derartige Maßnahmen. Callcenter können zum Beispiel Kopfhörer einsetzen, die die möglichen Ursachen eines akustischen Schocks filtern. Chris Atwell, der Leiter des Acoustic Safety Programme, erklärte, dass es ein derartiges Erlebnis für Mitarbeiter eines Callcenters absolut hemmend sein könne. "Es kann zu einer permanenten Schädigung des Gehörs kommen." Mark Downs, der Geschäftsführer des Royal National Institute for the Deaf http://www.rnid.org.uk betonte, dass es sich bei einem akustischen Schock noch immer um eine relativ wenig erforschte Erkrankung handle.
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