Globale Erwärmung lässt chilenischen See verschwinden
|
Pressemeldung von:
Wolfgang Weitlaner
Auch in Patagonien schmelzen die Gletscher schneller
Chilenische Forscher sind zum Schluss gekommen, dass die globale Erwärmung dazu geführt hat, dass ein zwei Hektar großer Gletschersee im Süden Chiles plötzlich verschwunden ist. Erst Anfang der Woche hatten Experten des chilenischen Center of Scientific Studies aus dem Flugzeug Bilder des ehemaligen Sees aus der Luft aufgenommen, berichtet BBC-Online. Im März hatten Parkwächter im Bernado O'Higgins National Park den See noch gesehen, zwei Monate später konnten sie nur noch einen 30 Meter tiefen Krater mit
Eisblöcken, die seinerzeit an der Oberfläche des Sees trieben, vorfinden. Experten sagen nun, dass schmelzende Gletscher zuviel Druck auf den Eiswall, der wie ein Damm wirkte, ausgeübt haben. Das Wasser des Sees floss daraufhin in einen Fjord und dann weiter ins Meer, erklärte der Gletscherforscher Andres Rivera vom Center of Scientific Studies. "Auf der einen Seite des Bernando-Gletschers kann man deutlich die Öffnung erkennen, aus der das Wasser ausgetreten ist", erklärt der Forscher.
Das Ereignis in Chile macht auch klar, dass in der südpolaren Region die Gletscher immer weiter ausdünnen und zurückgehen. "Wir gehen jetzt zwar davon aus, dass sich der See langsam wieder füllt, weil die verbliebenen Eisblöcke langsam schmelzen", erklärt der Forscher. Das Vorwärtsdringen und das Zurückziehen der Gletscher ist ein normaler Ablauf in Patagonien, dem Süden von Chile und Argentinien. "Die Klimaänderung hat den herkömmlichen Ablauf allerdings massiv verändert", so Rivera. Es wäre nicht so gekommen, wenn die Temperaturen nicht derart gestiegen wären, erklärt der Forscher. Nach Angaben der chilenischen Marine war der verschwundene See der kleinere eines zwei-Seen-Systems. Der größere Gletschersee existiere zwar immer noch, weise allerdings deutlich niedrigere Wasserstände auf. Die dünn besiedelte Region Patagonien bezeichnet den Teil Südamerikas, der sich südlich der Flüsse Rio Colorado in Argentinien und Rio Bio Bio in Chile sowie nördlich der Magellanstraße befindet. Der spektakuläre Bernado O'Higgins National Park ist mit einer Landfläche von 35.000 Quadratkilometern eines der größten Schutzgebiete Südamerikas. Weitere Informationen über den Nationalpark http://www.wcs.org/international/latinamerica/southerncone/ohiggins
Kontakt zum Autor des Artikels:
E-Mail:
Kontakt aufnehmen
|
zurück zur Kategorieseite: Wissenschaft / Umweltwissenschaften
Dieser Artikel wurde 400 Mal gelesen
Andere Artikel dieses Autors:
- Nervenstimulator gegen Depressionen
- Auf der Suche nach den sieben Naturwundern der Welt
- Kaffee als Tumorkiller
- Aus Umweltgründen: Nein zur Scheidung
- "Chinesische Medizin ist nicht in 140 Stunden erlernbar"
- Hongkong Top-Reiseziel für Briten
- Kröten-Sex: Auch unterschiedliche Spezies paaren sich
- Killifisch überlebt zwei Monate in Holzstamm
- Papageienfisch als Retter der Korallenriffe
- Mehr als 400 Jahre alte Island-Muschel gefunden
- mehr...