Fachkräftemangel bremst Chinas Wirtschaftsentwicklung
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Pressemeldung von:
Jörn Brien
Massive Investitionen in das Bildungssystem notwendig
Entgegen den ambitionierten Wachstumszielen bremst sich China in punkto Wirtschaftsentwicklung aufgrund des veralteten Bildungssystems derzeit selbst aus. Der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs wird zunehmend zur Gefahr sowohl für die Wirtschaft des Riesenreiches als auch für internationale Investoren. Weniger als zehn Prozent der Universitätsabsolventen seien derzeit in international ausgerichteten Firmen einsetzbar, warnen die Unternehmensberater von McKinsey http://www.mckinsey.de in einer aktuellen Studie.
Dem chinesischen Nachwuchs fehle es vor allem an englischen Sprachkenntnissen, der Fähigkeit zu Teamarbeit, dem Wissen um Kundenbedürfnisse außerhalb des Riesenreiches sowie an Kenntnissen sozialer und kultureller Besonderheiten westlicher Industrienationen, bemängeln die Experten. Nur mit massiven Investitionen in das Bildungssystem könne China auf Dauer seine ehrgeizigen Ziele erreichen. "Will das Land sich vom Billiglohnstandort zu einem weltweit wettbewerbsfähigen Anbieter hochwertiger Güter und Dienstleistungen weiterentwickeln, muss es seine Talente besser ausbilden", sagte Studienautorin Diana Farrell. Dass sich China schnell zu einem wichtigen Standort in den Bereichen IT und Dienstleistungen entwickeln könne, hält Farrel für unwahrscheinlich. "Ehrgeizige chinesische Firmen werden es schwer haben, sich die lukrativen globalen Servicemärkte zu erschließen", prognostizierte die Expertin. "Die Daten legen nahe, dass China als Offshoring-Markt auch in absehbarer Zeit nicht so gut funktioniert", hieß es bei McKinsey gegenüber pressetext. Eine schnelle Behebung des Talentmangels ist dem Unternehmen zufolge kaum möglich, da die Probleme strukturell und immanent seien. Im Bereich hochwertiger Dienstleistungen wird China aufgrund des Fachkräftemangels gegenüber konkurrierenden Standorten wohl an Boden verlieren. Sogar europäische Standorte könnten nun im globalen Wettkampf um IT-Dienstleistungen wieder mehr Interesse hervorrufen. Ein ähnlich schlechtes Zeugnis im Ausbildungsbereich hatte McKinsey erst kürzlich dem aufstrebenden Hightech-Standort Indien ausgestellt. Im Jahr 2010 könnten der IT-Branche auf dem Subkontinent rund 500.000 Arbeitskräfte fehlen, so die Experten. Mit Ausnahme einiger Spitzenuniversitäten brächte der größte Teil des indischen Erziehungssystems wegen überholter Richtlinien, überforderter Lehrer und Korruption beim Examen vor allem nicht vermittelbare Abgänger hervor.
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