China: Steigende Kaufkraft lockt westlichen Einzelhandel
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Pressemeldung von:
Jörn Brien
Wachstumsmärkte bergen erhebliche Hindernisse für Investoren
Die rasant steigende Kaufkraft der Konsumenten in Wachstumsländern wie China, Indien und Brasilien lockt zunehmend westliche Einzelhandelsunternehmen an, die dort die enormen Wachstumspotenziale anzapfen wollen. Das wachsende Einkommen sorgt dafür, dass die Verbraucher ihr Geld für Waren außerhalb der lebensnotwendigen Güter ausgeben. Allerdings stoßen die Investoren in den aufstrebenden Wachstumsmärkten auf erhebliche Hindernisse, wie die Analysten von McKinsey http://www.mckinsey.com in einer aktuellen Studie
mit dem Fokus Bekleidungs-Einzelhandel herausgefunden haben.
So legen etwa Verbraucher in China - mit einem Volumen von 84 Mrd. Dollar immerhin der drittgrößte Bekleidungsmarkt - relativ wenig Wert auf eine vielfältige Kleidungsauswahl. Anders als in Brasilien oder Indien geben etwa 40 Prozent der Chinesen an, dieselbe Kleidung für die Arbeit, formelle gesellschaftliche Ereignisse oder Treffen mit Familie oder Freunden zu verwenden. Eine Spezialisierung potenzieller westlicher Einzelhändler in Unterkategorien wie Damen- oder Outdoor-Bekleidung dürfte im Reich der Mitte deshalb auf wenig Begeisterung stoßen. In Brasilien dagegen erwartet Investoren ein von multinationalen Konzernen unberührter Markt - der allerdings ebenfalls seine Tücken hat. So haben die Brasilianer eine Vorliebe für Marken aus dem eigenen Land. 81 Prozent vertrauen brasilianischen Marken. In Russland, Indien und China sind es dagegen im Durchschnitt lediglich 48 Prozent. Darüber hinaus kaufen die Brasilianer ihre Produkte gern auf Pump. Das Kreditwesen steckt aber noch in den Kinderschuhen, wie die McKinsey-Analysten monieren. In Indien wiederum hat sich das Shopping zu einem Familienevent entwickelt. Drei Viertel der Inder sehen das Einkaufen als beste Möglichkeit an, Zeit mit der Familie zu verbringen - mehr als doppelt so viel wie in den anderen Wachstumsmärkten. Dabei drehen sich die Einkäufe der Verbraucher vom Subkontinent vor allem um spezielle Höhepunkte wie Hochzeiten oder religiöse Feste. Der Anteil moderner Einzelhandelsformate in Indien liegt nach Angaben der Metro Group http://www.metrogroup.de erst bei etwa drei Prozent. Zwar wollen internationale Handelsunternehmen das Potenzial dieses fragmentierten Marktes stärker nutzen. Die Metro etwa hat im Jahr 2003 die ersten beiden Metro Cash & Carry Großmärkte in Bengaluru, dem früheren Bangalore, eröffnet. "Es gibt dort große regionale Unterschiede, die wir in unserem Sortiment abbilden. Wir treten in der Regel als lokaler Händler auf und suchen uns lokale Partner", sagt Metro-Sprecher Jürgen Homeyer gegenüber pressetext. Die Metro will in Indien ihre Expansionsgeschwindigkeit verschärfen. Allerdings erschweren noch gesetzliche Hürden das Engagement ausländischer Investoren. So ist in Indien der Einstieg in den Einzelhandel für Ausländer nicht erlaubt - außer es handelt sich um Eigenmarkenshops.
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