China gibt Internet die Schuld an ungewollten Schwangerschaften
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Pressemeldung von:
Linda Osusky
Hälfte der Betroffenen ist unter 20 Jahre alt
Nahezu die Hälfte der Frauen, die in Shanghai bei der Hotline für ungewollte Schwangerschaften anruft, sind Teenager und lernen ihre Partner vor allem über das Internet kennen. "46 Prozent von den über 20.000 Mädchen, die bei der Hotline angerufen haben, gaben an, mit Jungen Sex gehabt zu haben, die sie im Internet kennen gelernt haben", sagt Zhang Zhengrong, Arzt und Verantwortlicher für die Hotline des Shanghaier Krankenhauses Nr. 411, gegenüber China Daily. Das sind die Ergebnisse der kurz vor dem morgigen
Weltbevölkerungstag der Vereinten Nationen veröffentlichten Statistik der Hotline-Betreiber.
Meist machten sich die Väter aus dem Staub, sobald sie von der Schwangerschaft erfuhren, und nicht selten sei den jungen Müttern nicht einmal der Name des Vaters bekannt, erzählt Zhengrong weiter. Die meisten Anrufe langen im Sommer ein. "In der ersten Woche der Sommerferien erreichten uns 285 Anrufe", so der Arzt. Die Hotline wurde vor zwei Jahren gegründet. In dieser Zeit gab das Krankenhaus rund 10.000 Packungen der "Pille danach" aus und bot 250 ungewollt Schwangeren eine kostenlose medizinische und psychologische Betreuung an. 31 Prozent der Anrufe kamen von Migrantinnen. Zhengrong kritisierte die Verbreitung von Internetseiten mit einschlägigen Inhalten, Pornovideos und -büchern. Aber auch Lehrer, Eltern und die gesamte Gesellschaft ermahnt Zhengrong, mehr Wert auf sexuelle Aufklärung zu legen. In einer von dem Krankenhaus durchgeführten Umfrage gaben nur 7,9 Prozent der Eltern an, mit ihren Kindern über Sex zu sprechen. 79 Prozent der Schüler und Studenten sagten, dass sie ihr Wissen über Sex aus dem Internet beziehen.
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