Bern: Schnegg & Co. geben Vollgas
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Pressemeldung von:
Daniel Gerber
Bei den Berner Wahlen wollten EDU und EVP bloss ihre Sitze halten.
Das Vorhaben mündete in einen Triumph: Beide evangelischen Parteien bauten aus. Beide Parteien wollten «nur» ihre Sitze im Berner Grossrat halten. Stillstand wäre ein Fortschritt gewesen, denn das Kantonsparlament wurde von 200 auf 160 Sitze verkleinert. Doch die EDU steigerte sich von vier auf sechs Sitze und auch die EVP konnte um zwei «Sessel» zulegen: von elf auf dreizehn. Livenet sprach mit vier Gewählten. EDU-Friedli: „So macht Politik mehr Spass“ «Künftig machen
die beiden evangelischen Parteien die Politik in Bern», kommentiert Martin Friedli das Wahlergebnis. Der Strassenbauunternehmer aus Sumiswald wurde für die EDU wiedergewählt. «In den Kommissionen heben sich Links und Rechts auf. Somit spielen künftig EDU und EVP das Zünglein an der Waage. Gleich wie im Grossrat selbst.» Angst mache das nicht gerade, sagt Friedli. «Aber auch nicht sorglos.» Vor allem mache es aber eines: «Viel mehr Spass. Jetzt wissen wir, warum wir politisieren. Und ich traue uns zu, eine tragende Rolle zu spielen. Ich selbst bin neun Jahre im Grossrat und habe das nötige Rüstzeug.»
EVP-Streiff: «…nicht träumen lassen!» «Dass wir so zulegen, hätten wir uns nicht träumen lassen», freut sich Marianne Streiff-Feller. «Entweder sind mehr Christen aufgewacht und an die Urne gegangen, oder die Menschen haben genug von den Blöcken links und rechts.» Vielleicht auch beides, meint die Lehrerin und Familienfrau. «Es ist schön zu politisieren, wenn man ein solches Gewicht hat.» Die EVP wolle sich für die Familien engagieren, sagt Streiff. Sie streift Themen wie Steuergerechtigkeit und familienergänzende Betreuung für Familien, bei denen beide Elternteile arbeiten müssen. «Gesunde Familien führen zu einer gesünderen Gesellschaft.» EVP-Schnegg: «Dank der sachlichen Arbeit» «Dieser Erfolg ist toll», sagt die Lysserin Christine Schnegg. Für die Familienfrau und Präsidentin des Grossen Gemeinderates Lyss gründet er «in der sachlichen Arbeit. Andere haben vielleicht auch genug von den Kämpfen zwischen links und rechts.» Und sie sieht noch zwei weitere Gründe: die tiefe Wahlbeteiligung und treue Wähler. Mitbekommen hatte sie den Erfolg verspätet. «Wir fuhren in den Jura um zu sehen, ob wir dort tags darauf unsere Ferien antreten können. Am Abend gingen wir in einen Gottesdienst.» Und dann vernahm sie die frohe Politkunde. EDU-Brönnimann: «Christen können Türen öffnen» «Das motiviert. Die christlichen Werte erhalten so vermehrt Einzug», kommentiert Andreas Brönnimann, Unternehmer und Vizegemeindepräsident von Belp, den Wahlausgang. «Das ist auch ein Signal für andere Kantone. Ich hoffe, dass es Sogwirkung hat. Christen sehen, was geschehen kann, wenn man sich einsetzt. Es sind Türen, die man öffnen kann.» Gleich wie die EVP hat die EDU nun Fraktionsstärke im Grossrat.
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