Bakterien für Lebewesen nicht schädlich
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Pressemeldung von:
Georg Eckelsberger
"Sterile" Insekten leben nicht länger. Der Einfluss von Bakterien
wirkt sich nicht negativ auf die Lebensdauer von Lebewesen aus. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Southern California (USC) http://www.usc.edu anhand einer Studie, die die Auswirkung einer keimfreien Umgebung auf Fruchtfliegen untersucht hat. Im Laufe des Lebens nimmt die Bakterienbelastung jedes Lebewesens zu, während das Immunsystem mit dem Alter an Stärke verliert. Bislang habe man angenommen, dass die Lebensdauer dadurch verkürzt werde. "In den 80er Jahren hat man gedacht, dass der Mensch ohne
Bakterien nicht überleben könnte - heute befürchtet man, dass Bakterien die Lebensdauer beeinträchtigen. Ich glaube, dass weder das eine noch das andere der Fall ist", bestätigt Franz Allerberger von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) http://www.ages.at das Studienergebnis gegenüber pressetext.
Im Zuge ihrer Studie verglichen die Wissenschaftler den Lebenszyklus von normalen mit steril aufgezogenen Fruchtfliegen. Eine dritte Gruppe wurde im ausgewachsenen Zustand keimfrei gemacht. Die sterilen Insekten blieben frei von Bakterien, während die Belastung bei den normalen Fliegen konstant zunahm. Auf die Lebensdauer der Insekten hatte das jedoch keinen Einfluss - alle Fliegen starben nach etwa drei Monaten. Die Ergebnisse können jedoch nicht zu 100 Prozent auf höhere Organismen, die Bakterien beispielsweise zur Verdauung benötigten, angewendet werden, räumen die Forscher ein. Trotzdem sei die Studie in Bezug auf den menschlichen Alterungsprozess relevant. "Es gab in der Vergangenheit eine Untersuchung mit Schweinen, die in keimfreier Umgebung aufgezogen wurden, und auch hier gab es keinen merkbaren Unterschied in der Lebensdauer", ergänzt Allerberger. Er vermutet, dass diese Ergebnisse auch für den Menschen gelten: "Die Menschheit hat sich unter dem Einfluss von Bakterien entwickelt, die schon viel älter sind als wir. Deshalb glaube ich, dass Bakterien - abseits von Krankheitserregern wie Pest oder Tuberkulose - weder einen positiven noch einen negativen Einfluss auf die Lebensdauer haben." Krankheitserregende Bakterien seien jedoch in weiten Teilen der Welt ein großes Problem. "In unterentwickelten Ländern fordern bakterielle Erkrankungen wie Tuberkulose immer noch viele Opfer. Im Gegensatz dazu hatten wir in Österreich im vergangenen Jahr nur 110 Erkrankungen und eine Sterblichkeitsrate von weniger als zehn Prozent", erklärt Allerberger.
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