Aus dem Festtagsbaum wird wieder ein Weihnachtsbaum
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Pressemeldung von:
Kipa
Natürlich oder künstlich? Die Frage stellt sich alljährlich Millionen von Amerikanern, wenn es an den Kauf eines Weihnachtsbaums geht. Echte Weihnachtsbäume aus dem Wald sind nach wie vor auch in Amerika die Favoriten bei der Mehrzahl der Familien - und nicht jene ganzjährig in "Christmas Shops" angebotenen Gestelle aus Metall und Plastik, mit Kunstschnee und Geruchsstoffen.
Die bekannteste Adresse des Landes gilt vielen US-Bürgern dabei als vorbildlich: An der 1600 Pennsylvania Avenue in Washington – besser bekannt als Weisses Haus – wird der nationale Weihnachtsbaum
per Knopfdruck durch Laura und George W. Bush in all seinem Lichterglanz erstrahlen. Und er ist durch und durch Natur: eine fast sechs Meter hohe Tanne aus North Carolina, mit einem Pferdegespann angeliefert wurde.
Beim Weissen Haus Der Baum, auf einer in Familienbesitz befindlichen Farm gross geworden, wurde den Bushs von der National Christmas Tree Association übergeben, einer Organisation, die den Erwerb eines echten Weihnachtsbaumes propagiert und jetzt bereits im 40. Jahr das Weisse Haus beliefert. Die Organisation verweist mit Zufriedenheit darauf, dass echte Bäume gegenüber künstlichen beim Verbraucher nach wie vor die Nase respektive die Äste vorn haben. Am vergangenen Weihnachtsfest erleuchteten 27,1 Millionen „echte“ Weihnachtsbäume amerikanische Wohnzimmer; rund 9 Millionen Amerikaner griffen auf künstliche Bäume - "fake trees" - zurück. Für Letztere muss man tiefer in die Tasche greifen: ein künstlicher Baum kostet im Durchschnitt umgerechnet 127 Franken, ein natürlicher weniger als die Hälfte. Künstliche Bäume aus China Zu Gunsten des Kunststoff-Metall-Hybrids lässt sich unter ökonomischen Gesichtspunkten anführen, dass er auseinandergeschraubt, in Keller oder Garage aufbewahrt und im nächsten Jahr wiederwandt werden kann. Aus Sicht der National Christmas Tree Association spricht aber gegen die "fake trees", dass sie zu 85 Prozent aus China kommen - und von Arbeitern produziert werden, die nach Recherchen der "Washington Post" mit dem wenig festtäglichen Lohn von rund 132 Franken pro Monat auskommen müssen. Der Baum am Kapitol Auch das politische Gegengewicht zum Weissen Haus, die im Kapitol angesiedelte Legislative, hat ihren eigenen Weihnachtsbaum. Seine Lichter sollen eine Woche nach der Präsidenten-Tanne aufleuchten. Der aus New Mexico gelieferte Baum hat nun zum zweiten Mal seine Bezeichnung gewechselt. In den vergangenen Jahren nannte man ihn politisch korrekt - und mit einer sprachlichen Verbeugung vor der multikulturellen Gesellschaft - "National Holiday Tree", also "Nationaler Festtagsbaum". Dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, war es jedoch erkennbar eine Freude, den Baum bei seiner öffentlichen Vorstellung am Dienstag jetzt wieder den christlichen Wurzeln zuordnen zu können. Ähnliche Rückbesinnungen gab es auch andernorts in den USA. So nennt die Stadt Boston ihren "Festtagsbaum" wieder "Weihnachtsbaum", nachdem gläubige Bostoner mit juristischen Konsequenzen gegen die obrigkeitliche Entchristianisierung gedroht hatten. Dergleichen gibt es am Weissen Haus nicht. Der von Laura Bush erleuchtete Baum galt dort stets und ohne Unterbrechung als "Christmas Tree".
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