Atatürk-Beleidigungen im Internet strafbar - Gesetz verpflichtet auch die Netzbetreiber. Der türkische Präsident Ahmet Necdet Sezer hat zum Bedauern der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) http://www.rsf.org am Dienstag ein Gesetz abgesegnet, das die Zensur im Internet forciert. Der Entwurf, der bereits am 4.
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Atatürk-Beleidigungen im Internet strafbar

2007/05/25 08:48

Pressemeldung von:
Linda Osusky
Gesetz verpflichtet auch die Netzbetreiber. Der türkische Präsident
Ahmet Necdet Sezer hat zum Bedauern der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) http://www.rsf.org am Dienstag ein Gesetz abgesegnet, das die Zensur im Internet forciert. Der Entwurf, der bereits am 4. Mai durchs Parlament gegangen ist, ermöglicht es den Behörden Webseiten zu blockieren, die als beleidigend für den Begründer der Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, erachtet werden. Internetbetreiber sind durch das Gesetz aufgerufen, selbst Seiten zu sperren und die Inhalte dann von einem Richter begutachten zu
Atatürk-Beleidigungen im Internet strafbar
Türkei duldet auch im Internet keine Beleidigungen Atatürks (Bild: Pixelio)
lassen.

"Auf ein Strafmaß für Verbrecher zurückzugreifen, um Internetnutzer zu bestrafen, ist übertrieben. Es zeigt, dass die Behörden Betreiber von Webseiten zur Selbstzensur zwingen wollen", kritisiert RSF in einer Presseaussendung. Die Folgen dieses Gesetzes seien beunruhigend, heißt es dort weiter. "Die Situation war in der Türkei zuvor nicht so aggressiv", betont Elsa Vidal von RSF gegenüber pressetext. Die Annahme, dass diese Verschärfung in Zusammenhang mit den anstehenden Wahlen steht, liegt nahe, da dies eine sensible Zeit sei, so Vidal weiter.

Das Gesetz mit dem Titel "Vermeidung von Verbrechen im Computerbereich" sieht die Sperre von Inhalten vor, die gegen das Gesetz von 1951 "Verbrechen gegen Atatürk", verstoßen. Für die Umsetzung des Gesetzes wurden extra zwei Behörden ins Leben gerufen: Der Telekommunikationsrat, dessen Aufgabe es ist, die Verantwortlichen der Inhalte ausfindig zu machen, und ein Kommunikationsvorsitz, der die vom Telekommunikationsrat weitergeleiteten Beschwerden bearbeitet.

Ein Istanbuler Gericht hat am 6. März angeordnet, dass die Turk Telecom http://www.turktelecom.com das Videoportal YouTube blockieren soll, weil dort Inhalte verbreitet wurden, die in den Augen des Gerichts Atatürk beleidigen. Nachdem YouTube das entsprechende Video entfernte, wurde auch die Sperre gegen YouTube aufgehoben.



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