Apotheker: Moralische Bedenken wegen "Pille danach
|
Pressemeldung von:
Georg Eckelsberger
Klage gegen Zwang zur Medikamentenabgabe. Amerikanische Apotheker
haben auf Grund einer neuen Regelung, die ihnen vorschreibt, die sogenannte "Pille danach" anzubieten, Klage gegen den Staat Washington eingereicht. Das Gesetz verletzte ihre Bürgerrechte, denn es zwinge sie, sich zwischen ihrem Lebensunterhalt und ihren tief verankerten, religiösen und moralischen Prinzipien zu entscheiden. Unterstützung erhalten sie von Seiten der Kirche, die die Regelung als unmoralisch verurteilt. Nach der neuen Regelung können Apotheker mit moralischen Bedenken Patienten zwar an
andere Mitarbeiter verweisen, allerdings muss die Abgabe des Medikaments noch im Zuge des gleichen Apothekenbesuchs möglich sein. Auch in Österreich ist das Thema heftig umstritten. "Wer die Pille nicht anbieten will, wird auch einen Weg finden", meint Herbert Wicho von der Österreichischen Apothekerkammer gegenüber pressetext. Im Unterschied zu den USA ist das Medikament in Österreich rezeptpflichtig. "Wenn ein Rezept vorhanden ist, sollte es auch an den Patienten abgegeben werden", betont Wicho.
Wenn kein Rezept vorhanden ist, beginnt die Grauzone. "Im Notfall kann und muss die Rezeptpflicht übergangen werden," erklärt der Experte. "Der Apotheker entscheidet allerdings selbst, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht." Die Pille danach solle schließlich nicht als ständiges Verhütungsmittel angewendet werden. "Wenn um drei Uhr Nachts ein junges Mädchen vor der Tür steht, sollte die Situation allerdings klar sein", meint Wicho. Wird das Medikament innerhalb der ersten 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen, sinkt das Risiko einer Schwangerschaft um 89 Prozent. Das Notfallverhütungsmittel verzögert oder verhindert den Eisprung - wenn dieser bereits stattgefunden hat, ist die Pille wirkungslos. Seit das Präparat im Jahr 2000 in Österreich zugelassen wurde, ist die Rezeptpflicht Grund für Diskussionen in Fachkreisen und Politik.
Kontakt zum Autor des Artikels:
E-Mail:
Kontakt aufnehmen
|
zurück zur Kategorieseite: Gesundheit / Behandlungen und Pflege
Dieser Artikel wurde 417 Mal gelesen
Andere Artikel dieses Autors:
- Schwere Kritik an Fett-Weg-Spritze
- Sprachen sind vom Aussterben bedroht
- Virtuelle Welt für blinde Menschen
- Online-Kriminelle werden immer professioneller
- Forscher warnen vor Weitergabe genetischer Daten
- Gen unterscheidet Duft von Gestank
- Online-Poker als Nebenjob: Spielsuchtgefahr für Teenager
- Second Life: Schlaue Haustiere und Babys zum Verkauf
- Kanada: Google Maps verstößt gegen Datenschutz
- China: Internet-Zensur ist lückenhaft
- mehr...