Amazonien: …dann ist in 25 Jahren nichts mehr übrig - Der aus Österreich stammende brasilianische Bischof Erwin Kräutler fürchtet um die Zukunft Amazoniens. Wenn Landvernichtung und Umweltzerstörung im derzeitigen Masse fortschritten, sei in 25 Jahren nichts mehr übrig, sagte der katholische Bischof bei einem Besuch in Stuttgart. Brandrodungen, Pläne für ein riesiges Wasserkraftwerk und eine massive Ausweitung von Zuckerrohrplantagen bedrohten immer mehr die Existenz des Regenwalds und der darin lebenden Menschen und Tiere, warnte der 68-jährige Bischof. Kräutler, der in seinem Bistum nach Morddrohungen unter Polizeischutz steht, kritisierte die Politik des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva. Der Staatschef von der Arbeiterpartei PT verkleinere die Indianergebiete auf Druck von Grossgrundbesitzern.
Pressemitteilungen international in 15 Sprachen für 22 Länder kostenlos einstellen
Pressemitteilungen Kleinanzeigen

Amazonien: …dann ist in 25 Jahren nichts mehr übrig

2007/06/26 09:53

Pressemeldung von:
Livenet
Der aus Österreich stammende brasilianische Bischof Erwin Kräutler fürchtet um die Zukunft Amazoniens. Wenn Landvernichtung und Umweltzerstörung im derzeitigen Masse fortschritten, sei in 25 Jahren nichts mehr übrig, sagte der katholische Bischof bei einem Besuch in Stuttgart.

Brandrodungen, Pläne für ein riesiges Wasserkraftwerk und eine massive Ausweitung von Zuckerrohrplantagen bedrohten immer mehr die Existenz des Regenwalds und der darin lebenden Menschen und Tiere, warnte der 68-jährige Bischof. Kräutler, der in seinem Bistum nach Morddrohungen unter Polizeischutz
Amazonien: …dann ist in 25 Jahren nichts mehr übrig
Der Amazonas
steht, kritisierte die Politik des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva. Der Staatschef von der Arbeiterpartei PT verkleinere die Indianergebiete auf Druck von Grossgrundbesitzern.

Bush und der Regenwald
Mit Sorge beobachtet Kräutler die Folgen der Freundschaft Lulas mit US-Präsident George W. Bush, der Amazonien "in eine riesige Zuckerrohrplantage verwandeln" wolle (Biotreibstoff!). Dadurch seien die Existenz der kleinen Bauern und der traditionelle Anbau von Reis, Bohnen und Mais gefährdet. Das Wasserkraftwerkprojekt "Hidroelectrica Belo Monte" nannte Kräutler eine fatale Folge eines wesentlich von den USA vorgegebenen "ökonomizistischen" Verständnisses von Entwicklung. Tatsächlich werde das Projekt weite Teile des Landes unter Wasser setzen und die Stadt Altamira mit Überflutung bedrohen. Den Betreibern des Projekts warf Kräutler vor, das Volk mit falschen Versprechungen zu locken und es zu belügen. Er rechne damit, dass die Kraftwerkpläne immer weiter ausgeweitet würden, weil die begrenzte Wassermenge des Flusses Xingu dies erfordere.

Kritik an Brasiliens Justiz
Der Bischof, der seit über 40 Jahren in Amazonien arbeitet, kritisierte auch die Justiz Brasiliens. Die eigentlichen Drahtzieher der Ermordung der US-amerikanischen Ordensfrau Dorothy Stang im Februar 2005 liefen nach wie vor frei herum; nur Helfershelfer sässen im Gefängnis. Kräutler versicherte, dass er alle Erkenntnisse zur Ermordung Stangs, die auf der Seite der Ärmsten in Amazonien gegen Landraub und Umweltzerstörung durch Grossgrundbesitzer kämpfte, dokumentiert und sicher verwahrt habe. "Ich lasse mich nicht von einer geldgierigen Mafia in die Depression treiben", sagte der aus Vorarlberg stammende Bischof. Das Volk in Amazonien stehe hinter ihm, er werde nicht aufgeben.



Kontakt zum Autor des Artikels:
 

zurück zur Kategorieseite: Gesellschaft / Natur und Umwelt
Dieser Artikel wurde 404 Mal gelesen


 
 

Presseartikel nach Autoren
A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z