Al-Jazeera filtert Propaganda
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Pressemeldung von:
Kristina Sam
Sender sieht sich als Sprachrohr der arabischen Bevölkerung
Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera machte vor kurzem Schlagzeilen mit dem Start seines englischsprachigen Ablegers (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=061102020 ), was auch die Kritik an der Berichterstattung des Kabelsenders wieder neu aufleben ließ. Auch die Aufbauarbeit von Al-Jazeera International wurde dem Sender nicht leicht gemacht, der oft beschuldigt wird, mit der Ausstrahlung von Osama Bin-Laden-Videos den internationalen Terrorismus zu unterstützen. Wadah Khanfar, der Generaldirektor
des in Quatar angesiedelten Senders, distanziert sich in einem Interview mit dem Guardian jedoch klar von diesen Vorwürfen.
Die Mitarbeiter des Senders seien inzwischen Experten für Bin Ladens Mitteilungen. Damit sei sichergestellt, dass durch die Videos keine verschlüsselten Nachrichten in die Welt hinausgetragen werden. "Von einem 40-minütigen Band senden wir nur zwei Minuten. Die meisten Aufnahmen findet man heutzutage in voller Länge im Internet", erklärt Khanfar. Außerdem müsse man bedenken, dass Al-Jazeera bei weitem nicht der einzige Sender sei, der derartige Videos zeige: "Wir sind ein Nachrichtensender. Ungeachtet dessen, was die meisten Leute glauben, die anderen Networks machen dasselbe. Diese Aufnahmen sind News. Wir müssen sie in den Kontext setzen, obgleich wir keine Propaganda erlauben können - wir können nicht gestatten, dass Mitteilungen übermittelt werden", so Khanfar. Kritisiert wurde Al-Jazeera auch für die Bilder von toten US-Soldaten und toten Palästinensern. Khanfar verteidigt seinen Sender damit, dass diese Aufnahmen auch auf anderen Fernsehstationen zu sehen gewesen wären. Er sieht es als die Pflicht des Senders an, seine Zuseher zu informieren, außerdem seien im US-Fernsehen auch Bilder der Leichen von Saddam Husseins Söhnen zu sehen gewesen. Al-Jazeera will in seinen Nachrichten die Meinung der "arabischen Straße" widerspiegeln und betreibt einen Journalismus, der nahe an der Bevölkerung ist und vor Ort gemacht wird. "Wir verstehen die Sprache und unsere Reporter sind ein Teil dieser Gesellschaft. Sie verstehen die Geschichten von innen heraus, wohingegen Leuten von außen viel Zeit in der Region verbringen müssen, um die dortige Psyche zu verstehen", so Khanfar.
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