Aids-Politik: Brasilien zeigt Pharmaindustrie kalte Schulter - Strategie mit Schattenseiten - Andere Medikamente werden teurer Durch die Verhandlungen mit Pharmafirmen zur Reduzierung der Preise von Aids-Medikamenten und die Herstellung von billigen generischen Versionen ist es Brasilien gelungen, eine Milliarde Dollar zu sparen. Die Infektionsrate konnte laut einer Studie der Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu auf einem ähnlichen Wert wie in Amerika gehalten werden.
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Aids-Politik: Brasilien zeigt Pharmaindustrie kalte Schulter

2007/11/14 13:43

Pressemeldung von:
Michaela Monschein
Strategie mit Schattenseiten - Andere Medikamente werden teurer

Durch die Verhandlungen mit Pharmafirmen zur Reduzierung der Preise von Aids-Medikamenten und die Herstellung von billigen generischen Versionen ist es Brasilien gelungen, eine Milliarde Dollar zu sparen. Die Infektionsrate konnte laut einer Studie der Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu auf einem ähnlichen Wert wie in Amerika gehalten werden. Derzeit haben mehr als 180.000 Brasilianer Zugang zu Aids-Medikamenten. Details der Studie wurden in der Public Library of Science
Aids-Politik: Brasilien zeigt Pharmaindustrie kalte Schulter
http://medicine.plosjournals.org veröffentlicht.

Brasiliens Umgang mit HIV und Aids wird seit langer Zeit für die Kombination von effektiver Behandlung und aggressiven Safe-Sex-Kampagnen gelobt. 1996 war Brasilien das erste Entwicklungsland, das sich dazu verpflichtet hat, freien und allgemeinen Zugang zu Medikamenten gegen Aids zur Verfügung zu stellen. Die aktuelle Studie geht davon aus, dass es Brasilien mit dieser Strategie gelungen ist, zwischen 2001 und 2005 rund eine Milliarde Dollar zu sparen. Mit der Drohung selbst billigere generische Versionen von Medikamenten herzustellen, hat Brasilien wiederholt Pharmafirmen dazu gebracht ihre Preise zu senken. In diesem Jahr wurde das Patent für Efavirenz gebrochen und eine billigere Version des Medikaments aus Indien importiert.

Pharmafirmen warnten, dass derartige Aktionen dazu führen könnten, dass weniger Geld in die Forschung investiert werden würde. Brasilien hält dagegen, dass diese Entscheidung im allgemeinen Interesse getroffen worden sei. Aus diesem Grund würden auch generische Versionen von acht Medikamenten hergestellt, für die die offiziellen Stellen über kein Patent verfügen. Bis zu einem gewissen Grad fällt diese Strategie derzeit laut BBC ihrem eigenen Erfolg zum Opfer. Laut der aktuellen Studie sind die Kosten für Medikamente rapide angestiegen. Verantwortlich dafür wird gemacht, dass die Medikamente mehr Menschen zur Verfügung stehen, die gleichzeitig eine höhere Lebenserwartung haben.



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